Der neue KÖ, ein Straßenbahnplatz

Das, was Merkle und Walter mit den 1. Preisträgern des Ideenwettbewerbs Wunderle-Stumpf-Billinger am KÖ ausgehandelt haben, hat mit dem preisgekrönten Entwurf aus dem Jahr 2009 nichts mehr zu tun!

Der traurig-verzweifelte Blick des Kollegen Wunderle (darüber zu reden war ihm verboten worden), wenn er auf die KÖ-Planungen angesprochen wurde, ließ nichts Gutes erwarten. Was aber jetzt bekannt geworden ist, und bisher im Baureferat streng vor der Öffentlichkeit gehütet wurde ist schlimmer als man es sich bisher vorgestellt hat!

Das also ist der neue „Urbane Platzraum“ den Wunderle immer beschrieben hat?

Was hat dies mit dem 1.Preis des Ideenwettbewerbs am KÖ zu tun?

Unermüdlich wird der Öffentlichkeit von Merkle und Gribl vorgejubelt, wie man dabei sei, den 1. Preis des Ideenwettbewerbs 1:1 umzusetzen. Das was uns heute vorliegt, und von Merkle im Stadtrat am 10. Juni zur Entscheidung gebracht werden soll, ist ein schlimmerer Gleissalat als ihn Gribl im Hofblatt  „Augsburg Direkt“ im April 2009 Wengerts Planung vorgeworfen hat.

Den Platzraum, den man mühsam versucht, den Autos am KÖ abzuringen, hat sich Merkle mit den Stadtwerken unter den Nagel gerissen um ihn mit kreuz und quer fahrenden Straßenbahnen zu bestücken! Zum Gleisdreieck im Süden hat sich still und leise ein 2. Gleisdreieck im Norden, mitten auf Wunderles „urbanem Platz“ gesellt. Da stand früher der alte KÖ mit dem Pilz!

Hinzu kommt, dass laut dem vorliegenden Plan mehr Bäume am KÖ dran glauben müssen als dies bei Wengert der Fall war: Bäume für mehr Gleise der STAWA und Bäume für mehr urbanen Platz der Architekten.

Wo bleibt der Aufschrei der Architekten für eine Kastration des hochgelobten Entwurfs die krasser nicht sein könnte? Wenn die Preisträgergruppe als Architekten nur halbwegs ernst genommen werden soll, müsste sie sich spätestens jetzt von der vorliegenden Planung distanzieren!

V. Schafitel, Architekt, 1. Vorsitzender

6 Kommentare

  1. Das Gro sagt:

    […] muss wohl auch dran glauben. @Klartexter: Soweit geht die Freundschaft nun auch wieder nicht! Architekturforum __________________ Hier UNTERSCHRIFTENLISTE DES B

  2. j.schiessler sagt:

    Traurig, Traurig!!! Wozu gibt es in Augsburg noch Wettbewerbe.

    Aufgrund eines
    Bürgerbegehrens wird ein Wettbewerb durchgeführt. Die Preisträger werden von allen gelobt, alle sind sich einig, es ist ein gutes Wettbewerbsergebnis.
    So weit so gut. Und dann?

    Die Stadtverwaltung schert das Ergebnis des Wettbewerbes wenig, im Gegenteil die jetzige Planung ist teilweise noch schlimmer als die ehemalige Stadtwerkeplanung. Sicher die Autos sind draußen, das freut die Stadtwerke, endlich noch mehr Platz für die Strassenbahn, die nun mitten über einen „Urbanen Platz“ fährt, der dann zerstückelt in vier Einzelplätzchen sicherlich eine hohe Aufenthaltsqualität hat. Aber um Qualitäten geht es bei dieser Planung schon lange nicht mehr….

    Und die Preisträger schweigen, oder wurden zum Schweigen gezwungen. Sie hegen wahrscheinlich die Hoffnung künftig nicht mit dieser Planung in Verbindung gebracht zu werden, denn das wäre zumindest rufschädigend.

  3. Freudenschrei sagt:

    Der 1. Plan ist ja sehr interessant – ist der von Ihnen selbst „gebastelt“?

  4. Volker Schafitel sagt:

    Lieber Freudenschrei,

    als der Wettbewerb ausgelobt wurde haben Politik, Verwaltung und Stadtwerke im Chor versucht, der Auslobung eine, den jeweiligen Wünschen genehme Richtung zu geben.

    Als Initiator des Bürgerbegehrens „Ideenwettbewerb“ musste ich an der Vorbereitungsgruppe zur Aulobung mitarbeiten und war damit an der Teilnahme am Wettbewerb ausgeschlossen.

    Ich habe die über 70-seitige Auslobung 4 Mal auf unzulässige Festlegungen korrigiert – das 4. Mal 4 Stunden vor der Stadtratssitzung am 4.4.2008 wo der Auslobungsbeschluss gefasst wurde.

    In jeder neu vorgelegten Variante waren wieder Festschreibungen hineinverbessert worden, die bei Nichteinhaltung den Ausschluss der Arbeit zur Folge gehabt hätte. Am zähesten war das im Bereich des Bahnhofs, bei dem man keinerlei alternative Ideen zulassen wollte.

    Insofern kann man meine Teilnahme an diesem Wettbewerb durchaus als „Bastelei“ bezeichnen!

  5. visionsx sagt:

    Die Planung des Kö´s ist ein typisches Beispiel für alles, was in Augsburg passiert…

    Eine Stadtregierung plant etwas, von allen Seiten wird torpediert, die Regierung wird abgewählt, weil sie verspricht alles besser zu machen…

    Dann startet ein Ideenwettbewerb, grundsätzlich eine gute Idee, aber nicht in Augsburg, wo dies nie zu etwas führt!
    Dort kommt ein annehmbarer städtebaulicher Entwurf heraus, der nun wiederrum von der aktuellen Regierung solange verpfuscht wird, bis alle erkennen, dass das, was Wengert & Co vor Jahren schon vorgeschlagen hatten, gar nicht so schlecht war!
    Die Zeit verrinnt und nichts passiert.
    Typisch Augsburg – leider!

    Somit unterschreibe ich voll und ganz das, was j.schiessler hier schon gepostet hat und versuche Bärbel Wengert zu zitieren: „Die Augsburger bekommen immer das, was sie verdienen…“

  6. j.schiessler sagt:

    Die Entscheidung für eine autofreie Ostseite des Königsplatz bleibt in der jetzigen Planung erhalten und ist nicht hoch genug zu bewerten.
    Eine Reduzierung des MIV ist dringend geboten, schon jetzt überschreitet die Umweltbelastung die zulässigen Grenzwerte. Ein Weiterso darf es hier nicht geben. Die von den Ewiggestrigen vorgeschlagene Tunnellösung ist völlig indiskutabel.(mehr Verkehr, unmögliche Gestaltung bei Ein- und Ausfahrt)

    Vielmehr sollte eine flächendeckende Tempo 30 Regelung (weniger Schadstoffe, höhere Leistungsfähigkeit der Strassen und größere Aufenthaltsqualität) eingeführt werden.

    Unverständlich bei der jetzigen Planung bleibt nur, warum die positiven Ansätze mit den nun geplanten zusätzlichen Strassenbahngleisen (im Süden und Osten) konterkariert werden. Auch wenn die neuen Gleise im Nordosten nur „Behelfsgleise“ sein sollen, weiß doch jeder, wenn diese mal verlegt sind, dann werden Sie nach den Baumaßnahmen am Kö auch nicht wieder entfernt.
    Die Nutzung der Königsplatz-Ostseite ist dadurch stark eingeschränkt. Wie hier eine ansprechende Gestaltung mit dem entstehenden Oberleitungssalat, den zugehörigen Stützen und den im zweiten Gleisdreieck eingeklemmten Brunnen erreicht werden kann, bleibt zumindest fraglich. Oder positiv formuliert: Eine große Herausforderung für die Planer

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