QUO VADIS KÖ

Nachdem 2007 durch den Bürgerentscheid „Ideenwettbewerb vor KÖ-Umbau“ das KÖ-Projekt gestoppt wurde, stand am 21.11.2010 das Umbauschicksal des KÖ´s wieder zur Bürgerwahl. Was ist seit 2007 geschehen, wie kam es dazu, welche Ideen brachte der Wettbewerb und wie wurden Sie im BPlan500 umgesetzt. Weshalb haben viele Bürger kein Vertrauen zu den Plänen der Verwaltung?

 

Der Weg zum Ergebnis

Mit dem Tag der Auslobung des 1. Realsierungswettbewerbs Königsplatz am 31.01.2007 durch die Stadtwerke Augsburg war klar, dass es nur darum ging, ein Gleisdreieck, welches zentimetergenau von den Stadtwerken vorgegeben wurde, aufzuhübschen. Dabei sollten die miserable Erreichbarkeit des Umsteigeknotens über die vielbefahrene,  3-spurige Konrad-Adenauer-Allee beibehalten werden.

Realsierungswettbewerb KÖ 2007 - 1. Preis Atelier pk Berlin

Realisierungswettbewerb KÖ 2007 - 1. Preis Atelier pk Berlin

Das Wettbewerbsergebnis entsprach dieser Vorgabe, und die Preisträger schlugen darüber hinaus vor, den gesamten Gründerzeit-Park am KÖ zu roden, zu pflastern und locker neu zu bepflanzen.

Aufgrund der BASTA-Politik der damaliger Regierung unter OB Paul Wengert (SPD/Grüne) und der Stadtwerke Augsburg, formierte sich im März 2007 eine Bürgerinitiative, welche für die Neuplanung am KÖ folgende Forderungen formulierte:

  • Schonung des Parks
  • Übersichtliches Umsteigedreieck (Kein Gleissalat)
  • Autofreier Zugang zum Umsteigedreieck

Nachdem darüber mit der Stadtregierung kein Konsens gefunden werden konnte, startet die Initiative am 31. Juli 2007 ein Bürgerbegehren mit folgendem Wortlaut:

Unterstützt wurde das Bürgerbegehren insbesondere von der CSU und deren damaligem OB-Kandidaten Dr. Kurt Gribl. Neben den CSU-Plakaten TUNNEL STATT CHAOS – BÄUME STATT PFASTER – KEIN GLEISSALAT AM KÖ bewarben die Befürworter das Begehren mit diesem Plakat (Design m&m).

Stadtwerke und Stadtregierung konterten, in dem sie die Fenster aller Straßenbahnen und Bussen mit solchen Klebefolien bestückten.

Um dem Bürgerbegehren zuvor zu kommen, startete die damalige Stadtregierung im November 2007 eine „Runde-Tisch-Initiative“, bei der die Bürger und Initiativen der Stadt ihre Vorstellungen für die Stadtentwicklung Augsburgs erarbeiten konnten. Allerdings wurde ausgeschlossen, dass die Ergebnisse in die Planungen der Mobilitätsdrehscheibe einfließen.

Punktekleben (rot=Mangel, grün=Qualität) am Runden Tisch

Punktekleben (rot=Mangel, grün=Qualität) am Runden Tisch

Auf den runden Tisch folgte Ende November 2007 eine PLANERWERKSTATT aus Architekten, Städteplanern und Verkehrsfachleuten.

Skizze aus der Planerwerkstatt Nov. 2011 (Augsburg-Boulevard)

Skizze aus der Planerwerkstatt Nov. 2007 (Augsburg-Boulevard)

So gesehen wurde schon unter der alten Regenbogenregierung Ende 2007 der Augsburg-Boulevard aus der Taufe gehoben. Allerdings mit dem Schönheitsfehler, dass er für die KÖ-Planung der Mobilitätsdrehscheibe unberücksichtigt blieb.

Am 25. November 2007 fällt der Bürgerentscheid für einen Ideenwettbewerb Innenstadt. Dieser wird noch unter der alten Regenbogenregierung im Frühjahr 2008 beschlossen und nach deren Abwahl im April 2008 durch die neu gewählte Stadtregierung mit OB Kurt Gribl ausgelobt.

Am 05.Feb.2008 vergibt das Preisgericht den 1.Preis dem Team Wunderle/Billinger. Nach Vorliegen der Ergebnisse hat OB Gribl im Zeughaus im Februar 2008 eine transparente Planzielfindung aus allen Preisträgern des Wettbewerbs unter Beteiligung der Stadtgesellschaft und allen Parteien angekündigt.

Die Umsetzung des 1.Preises

Anstatt frühzeitig die Stadtgesellschaft mit den engagierten Initiativen und Institutionen wie z.B. IHK und Einzelhandel in den Prozess der Planzielfindung transparent und ergebnisoffen einzubinden, wie es das Preisgericht empfohlen und der Stadtrat mit dem Planungsbeirat beschlossen hat, entwickelte die Verwaltung auf Grundlage des 1.Preises und unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit den Stadtwerken ein Konzept, welches, wie schon 2006, wieder vorrangig die Anforderungen der Stadtwerke zu erfüllen hatte. Mit den Preisträgern versuchte man dabei, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu kommen.

Beschluss-Organigramm für den Planungsbeirat Ideenwettbewerb

Beschluss-Organigramm für den Planungsbeirat Ideenwettbewerb

Der Planungsbeirat trat während des gesamten Prozesses der Planzielfindung nur 2 Mal zusammen: Erstmals am 25.05.2009, bei dem die Vertreter der Politik verspätet eingeladen wurden und daher nicht teilnehmen konnten. Das 2. Mal am 2.09.2010, also mitten in der Urlaubszeit. Beide Termine hatten lediglich Informationcharakter ohne die Möglichkeit, in irgendeiner Form Einfluss auf das Ergebnis nehmen zu können.

Vergleich 1.Preis/BPlan 500

Die Kernkonzeption des 1.Preises ist die Totalsperrung der KÖ-Überfahrt von der Konrad-Adenauer-Allee in die Fuggerstraße – somit der autofreie KÖ. Dadurch soll der Süd/Nord-Verkehr, welcher bisher über Konrad-Adenauer-Allee geführt wurde, zum größten Teil auf die parallel verlaufenden Schiessgrabenstraße über die Kaiserhofkreuzung in die Schaezlerstraße abgeleitet werden.

Kaiserhof und KÖ 1. Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Kaiserhof und KÖ 1. Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Dies hat zur Folge, dass sich der Verkehr auf dieser Achse von 17.500 Fahrzeugen am Tag im Einbahnverkehr auf ca. 30.000 Fahrzeuge im Gegenverkehr erhöhen wird, was am Kaiserhofknoten ganz sicher zu Verkehrsproblemen führt.

Um den Verkehr um den Königsplatz in den Griff zu bekommen schlägt der 1.Preisträger im Wettbewerb verschiedene Maßnahmen vor. Die auffälligste ist, neben dem Bau verschiedener Entlastungstraßen z.B. auf dem Rangierbahnhof oder dem MAN-Gelände, ein ca. 3 km langer, 2-spuriger Autotunnel unter der gesamten Altstadt von Augsburg hindurch, von der Berliner Allee bis zur Ackermannstraße. Diese Trasse ist mehr Utopie als Vision!

Innenstadtentlastungstunnel 1.Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Innenstadtentlastungstunnel 1.Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Dieser Tunnel wurde vom Preisgericht als „unrealistisch“ bezeichnet und ersatzlos verworfen. Er war aber vom Preisträger, mit den Entlastungsstraßen zur Verkehrsentlastung seines KÖ-Konzeptes gedacht.

Gesamtverkehrskonzept 1.Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Gesamtverkehrskonzept 1.Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Die dicke blaue gestrichelte Linie ist der Tunnel unter der Altstadt hindurch. Sämtliche im Plan dargestellte (blau) Spangen und Entlastungsstraßen gibt es nicht, die Flächen stehen nicht zur Verfügung und die Baukosten dafür würden sicher 750 Millionen Euro betragen.

Der Kennedyplatz wird lt. 1.Preis des Ideenwettbewerbs nur noch 2.spurig, gegenläufig überfahren. Die Straßenbahn fährt über Volkhartstraße-Grottenau-Kalrstraße. Ansonsten ist der Platz ohne weitere Autospur: „Wir geben dem Platz eine ruhige Struktur“, so die Erklärung im Wettbewerb. Der Kennedyplatz erhält 4 Bahnsteige für 3 Tramlinien und entlastet den KÖ.  „Der Boulevard wird nördlich (über die Volkhartstraße) durch eine 3-reihige Allee bis in die Grünanlage am Gesundbrunnen (zwischenzeitlich für CFS stark „ausgelichtet“), fortgeführt“ – so der Preisträger.

Deutlich sichtbar im Wettbewerbsbeitrag ist die 4-spurige Schaezlerstraße vom alten Einlass bis zum Klinkerberg. Dort, am oberen Blattrand, hört der Plan und damit auch die weitere Lösung auf.

Kennedyplatz 1.Preis Ideenwettbewerb

Kennedyplatz 1.Preis Ideenwettbewerb

Im BPlan 500 der Verwaltung kommen an der Kreuzung zum Alten Einlaß von Süden 2 Auotspuren an. Eine Spur von Norden steht dem bisher auf 3 Spuren vom Klinkerberg kommenden Verkehr Richtung Süden auf der Schaezlerstraße noch zur Verfügung. Mit 4 Spuren geht es dann im Einbahnverkehr über den Alten Einlass weiter in die Grottenau bzw. nach links in die Volkartstraße. Der Verkehr von der Grottenau nach Westen gelangt nur noch über die Volkhartstraße und Frölichstraße zum Hbf oder wieder auf die Schaezlerstraße Richtung Süden. Der Kennedyplatz hat künftig alles andere als eine „ruhige Struktur“.

Kennedyplatz nach B-Plan 500

Kennedyplatz nach B-Plan 500

Um den Gegenverkehr aus Süden auf der Schiessgrabenstraße unterzubringen, schlägt der 1.Preisträger im Wettbewerb einen Bypass für den Süd/Nord-Verkehr aus der Schaezlerstraße über die Hallstraße – südliche Maximilianstraße – Milchberg vor. Dazu bietet Wunderle im Wettbewerb eine Art Kreisverkehr in der Wallbepflanzung an, der auch den Süd/Nord-Verkehr aus der Konrad-Adenauer-Allee vor dem gesperrten KÖ abfängt und über den Kaiserhofknoten auf die Schaezlerstraße leitet.

Bypass Hallstraße/Maxstraße/Milchberg 1.Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Bypass Hallstraße/Maxstraße/Milchberg 1.Preis Ideenwettbewerb Wunderle

Gelb ist die MIV-Führung und Pink sind die Tramlinien. Markant ist die ovale Verkehrsführung, welcher der südliche Teil der Wallbepflanzung vor dem Kö zum Opfer fällt. Klar wird aber auf der Planung, dass der N/S-Verkehr über die Hallstraße abgeleitet werden soll!

Diese „innerstädtische Verkehrsentlastung“ des KÖ´s ist sicher einer der größten Schwachpunkte des 1.Preises und wurde daher auch gestrichen. Dafür wurde aber keine Ersatzentlastung geschaffen. Man geht einfach davon aus, dass der KÖ auch ohne das funktioniert!

Übergang Schaezlerstraße-Bahnhofstraße 1.Preis Ideenwettbewerb

Übergang Schaezlerstraße-Bahnhofstraße 1.Preis Ideenwettbewerb

Im Bereich der Fußgängerquerung Schaezler/Bahnhofstraße erkennt man sehr deutlich, wie sich die 4-spurige Schaezlerstraße auf 2 Spuren aufgabelt. Dies ist auch auf dem KÖ-Plan weiter oben zu sehen. Die dadurch entstehende „Grüninsel“ soll die fußläufige Querung über die sonst 4-spurige Schaezerlstraße erleichtern.

Der Verkehrsplaner Billinger hatte die Idee, die Schaezlerstraße als gleichberechtigte Tempo 30 Zone ohne Ampelsteuerung zurückzubauen und  den Hauptverkehr tatsächlich über die Randentlastungen abzuleiten.

Diese Grundsatzidee des 1.Preises wurde mangels Altstadttunnel und Entlastungsstraßen sehr zum Leidwesen Billingers nicht in den BPlan500 übernommen. Anstatt dessen wird die Schaezlerstraße zur 4-spurigen Stadtautobahn ausgebaut und dafür ganze Baumreihen gefällt. Auch der ÖPNV über den Kaiserhof verliert die Vorrangschaltung, wie aus dem Munde des OB am vergangenen Dienstag zu erfahren war. Darüber hinaus werden am KÖ 166 Bäume gefällt!

Das Umsteigedreieck am Königsplatz wurde von Billinger auf der Basis und mit Weiterentwicklung des bisherigen Gesamtverkehrsplans der Stadt Augsburg mit deutlich weniger Schienen und Bahnsteigen geplant. Logische Überlegung dabei war, nicht alle Tramlinien über den KÖ zu führen.

Gleisdreieck 1.Preis Ideenwettbewerb - Billinger

Gleisdreieck 1.Preis Ideenwettbewerb - Billinger

Das schlüssige ÖPNV-Konzept des 1.Preisträgers fiel völlig den Forderungen der Stadtwerke zum Opfer. Was im Entwurf des Wettbewerbs als“urbaner Platz“ verkauft wurde, stellt jetzt einen Straßenbahnumschlagplatz dar, ohne jede Aufenthaltsqualität. Mit einem zusätzlichen Gleisdreieck an der Stelle des Manzubrunnens (Manzuschleife) dominieren den Platz Trams, Busse und Taxen. Dafür müssen 166 Bäume gefällt werden – ein unsinniges Opfer!

Gleisanlagen am KÖ nach BPlan500 und Vorgabe der STAWA

Gleisanlagen am KÖ nach BPlan500 und Vorgabe der STAWA

Die Verkehrslösung im BPlan 500 hat mit dem Ziel und dem Ergebnis des Ideenwettbewerb nur soviel zu tun, als dass kein Auto über den Königsplatz rollt (zwischenzeitlich durch die Entlastungsstraße des Ratsbegehrens relativiert) und dass die Fuggerstraße mit 4 Baumreihen bepflanzt wird.

Gleisdreieck BPlan500 mit Kaiserhofkreuzung

Gleisdreieck BPlan500 mit Kaiserhofkreuzung

Die dafür erforderlichen Vorraussetzungen haben die Verwaltungsplaner ersatzlos gestrichen mit dem Ergebnis, dass zwar am KÖ die Autofreiheit erzwungen wird, in viele Innenstadtbereiche aber Verkehr und damit erhöhte Emissionen eingeleitet werden. Dies zeigt die Grafik der Erhöhung von Emissionswerten im BPlan 500 überdeutlich!

Imissionsab/Zunahmen im BPlan 500 aufgrund der Verwaltungsplanung

Emissionsab/Zunahmen im BPlan 500 aufgrund der Verwaltungsplanung

Deutlich erkennbar (ROT) sind die belasteten Straßen der Innenstadt: Kitzenmarkt, Spitalgasse, Armenhausgasse, Katharinengasse, Predigerberg, Oberer Graben, Jakoberstraße, Frölichstraße, Leonhardsberg, Hoher Weg und sogar die nördliche Maximilianstraße.

Ich bedauere die Art der Transformation des Wettbewerbs in den BPlan 500. Ich fürchte den Dauerstau solange, bis keiner mehr in die Stadt fahren will. Dann werden auch die roten  Emissionslinien verschwinden und es werden nur noch grüne Linien da sein. Es werden aber auch keine Geschäfte mehr da sein und Augsburg wird eine „ruhige und beschauliche“ Selbstversorgerstadt sein. Wenn das die VISION des Preisträgers war, sind wir auf dem richtigen Weg. Ich fürchte, manche werden dann noch hierher kommen, um Verwandte zu besuchen.

———– Volker Schafitel, Architekt

Der urbane und autofreie Platz am KÖ wird immer „sichtbarer“. So ist in der AZ zulesen:„Die Entlastungsstraße soll einen andersfarbigen Plattenbelag bekommen“, sagt Baureferent Gerd Merkle.

Die Entlastungsstraße wird sichtbar

3 Kommentare

  1. B sagt:

    […] zum Totensonntag Anbei der 1.Teil meiner Flei

  2. Frank Lattke sagt:

    werter Volker,
    vielen Dank für die detailierte Zusammenfassung.
    Warum hast Du nicht Gelegenheit genutzt, am Donnerstag auf dem Podium der Architekten Innitiative genau das darzustellen? Weil Dir Merkle fehlte…?
    Das Architekturforum Augsburg hat sich frühzeitig gegen einen Tunnel am KÖ ausgesprochen – einstimmig am 8.7.2010 in einer MV.
    Ich bin nicht auf die Strasse gegeangen, um die o.g. genannte Plannung samt Entlastungsstrasse zu unterstützen, sondern um einen unnötigen Tunnel zu verhindern. Deine Anschuldigung der Kollegen gegenüber ist in meinen Augen unverschämt, genauso wie das Fernbleiben der Podiumsdiskussion! Meine Austrittserklärung aus dem aaf geht dem Vorstand auf dem Postweg zu!
    Schönen Sonntag,
    Frank

  3. vs sagt:

    Lieber Frank,

    das Podium ist nicht der Ort, an dem man solche komplexen Zusammenhänge darstellen kann. Die Zuhörerschaft bestand meiner Einschätzung nach zu 90% aus Architekten. Ich hoffe nicht, dass ich meinen Fachkollegen die Zusammenhänge dieses Planungsprozesses erläutern muss.

    Wem ich dies offenbar müsste, ist der Baureferent, der sich aber vor der Diskussion gedrückt hat. Jedenfalls fuhr er am nächsten Tag sehr flott mit seinem Sportwagen auf dem Oberen Graben spazieren!

    Mein Engagement gilt nicht, wie Du hoffentlich weißt, primär einer Tunnellösung am KÖ, sondern einer fachlich objektiven Haltung der Architektenschaft gegenüber der Stadtgesellschaft.

    Ich sehe mich als Architekt gegenüber der Stadtgesellschaft in der Pflicht, wie ein Arzt seinem Patienten, objektiv und nicht motivgesteuert abzuwägen – egal ob mir eine Lösung persönlich gefällt oder nicht.

    Was die 67 Architekten in den letzten Wochen in der Stadt zum Besten gaben, hat mit Sachlichkeit nichts mehr zu tun, sondern ist Wahlkampfniveau wo es um Sachentscheidungen geht.

    Stadtbürger werden als Lügner betitelt weil angeblich Rampenlängen zu kurz skizziert sind. Auf den eigenen Plänen zeichnet man aber falsch viel zu lange Rampen ein, und missbraucht damit das Vertrauen der Bürger auf die Fachkompetenz von ihren Architekten.

    Der Gipfel ist das „Wahlkampfplakat“ wo die 4-spurige Schleifenstraßenzufahrt in die Konrad-Adenauer-Allee fotomontiert wurde. Für blöder können nicht mal Parteien Bürger verkaufen!

    Ihr habt Euch an die Politik verkauft, Ihr werdet ja auch von deren Werbeleuten betreut.

    Ich habe mich zu einem Zeitpunkt gegen einen Tunnel ausgesprochen, als wir noch die Hoffnung hatten, auf die untaugliche und kompromissfaule Verkehrsplanung von Merkle einzuwirken. Ich habe unser Boot verlassen als klar war, dass Gribl kompromisslos diesen Unsinn durchdrückt – am Ende sogar auf Kosten eines echt autofreien KÖ´s (Bedarfsentlastungsstraße).

    Offenbar halten einige Architekten in der Stadt jeden Mist aus, der von der Bauverwaltung am KÖ geplant wird. Als durch das 2.Gleisdreieck der Stadtwerke Wunderles urbaner Restplatz durchkreuzt wurde, hätten Stadtplaner aufschreien müssen! Nicht mal der Urheber der Planung hat gegen diesen Wahnsinn aufgemuckt.

    Ihr verkörpert nach außen bei der Tunnelfrage ein sensibles Architektenherz und nehmt Platz- und Parkzerstörungen, 4-spurige Stauautobahnen und Emissionswertsteigerungen in der Innenstadt hin mit dem Gemüt eines Metzgerhundes.

    Die Frage dieses Stadtumbaues entzweit die Gemüter um so mehr als Fachdiskussionen motivgesteuert und nicht objektiv fachlich geführt werden. Es darf dabei aber keine politische Ideologie aber auch keine Planungsideologie geben.

    Mich haben Mitglieder unseres Forums angerufen und den Austritt erklärt, weil sich Vorstände des Vereins in dieser Weise gegen den Tunnel positioniert haben. Ich habe diesen erklärt, dass das AAF eine demokratische und tolerante Plattform ist für jeden, dem die Entwicklung unserer Stadt am Herzen liegt.

    Ich weiß, dass Ihr alle im Grunde auch nur aus Angst vor Stadtzerstörung handelt. Ihr solltet dies öfter tun und auch mal dann, wenn es gegen die aktuelle Stadtregierung gerichtet ist.

    Überlege Dir Deinen Austritt nochmal. Schließlich war das Architekturforum der einzige Verein, der für Eure Aktion am KÖ die Verantwortung übernommen hat. Alle andren Verbände, wie auch der TAS, dessen Vorsitzender Du ja bist, konnte diese tolerante Unabhängigkeit nicht bieten!

    Wenn Du austrittst, wer steht dann das nächste Mal für Dich und Deine Mitstreiter hin, wenn es wieder mal um städtische Fehlentwicklungen geht?

    Gruß an Euch Alle mit dem festen Glauben, dass keiner unsere Stadt zerstören kann!

    Gute Wahl und schönen Sonntag

    Volker Schafitel

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