urban gestreift

Das internationale Platzdesign hat endlich die Stadt Augsburg erreicht. Nachdem München-Milbertshofen längs(t) gestreift ist hat nun auch der KÖ in Augsburg gute Chancen, ein „gestreifter urbaner Platz“ zu werden. Zumindest wenn es nach den Vorstellung der Bauverwaltung und Architekten geht.  Solche Streifenplätze entstehen aber nicht immer zur Freude der späteren Nutzer, wie man aus Milbertshofen hört.

 

So jammern die Milbertshofer, seitdem sie 2008 mit einem weitgehend baumlosen Streifenplatz „beglückt“ wurden.  In einem Artikel der SZ vom 9.10.2008 ist da zu lesen von „Steinwüste“, von „hinausgeworfenem Geld“ von „Anstandsgrün“ und von „Nachpflanzung“.

Video zum Stadtplatz in Milbertshofen

Curt-Mezger-Platz in Milbrechtshofen - Ödnis nach Plan

Curt-Mezger-Platz in Milbertshofen - Ödnis nach Plan

Auch am KÖ in Augsburg wird zuerst gefällt und danach gestreift – um so so einen urbanen Platz entstehen zu lassen. Es geht also diesmal nicht um Tunnel statt Chaos sondern um Bäume statt Streifenpflaster. Die Animationen, die nach dem  Wahlkampf den öffentlichen Raum wieder verlassen haben zeigen deutlich den gestreiften Gestaltungswillen.

Neuer urbaner Streifen-KÖ - Wunderle-Stumpf-Billinger

Neuer urbaner Streifen-KÖ (webseite Stadt Augsburg)

Hier verbindet und überbrückt der Streifen den „urbanen Platz“  über die 4-spurige Straße zum verkehrsberuhigten Bahnhofsboulevard. Es sieht so logisch und einfach aus. Scharfkantik setzt der Planer die Zäsur zwischen Platz und Park – weich den Übergang zwischen Spazierweg und Verkehrsader.

Kaiserhofknoten - Wunderle.Stumpf-Billinger

Kaiserhofknoten (Webseite Stadt Augsburg)

100 Meter weiter südlich kommt an, was sich zuvor auf den Weg gemacht hat. Dort spaziert auch keiner mehr über den Platz. Dort fließt der Verkehrsstrom. Dort wartet man am Ufer oder rettet sich von Insel zu Insel. Da fehlt sogar der Platz für das „Anstandsgrün„.

Köpark vor der Fällung

Köpark vor der Fällung

Noch sieht es am Königsplatz nach Natur aus, ein wenig wild, aber charmant – die letzte Insel im Verkehrsstrom. Mag sein, dass hier GESTALTUNG fehlt, dafür gibt es eine ganze Menge IDYLLE. Mag sein, das ist  Sentimentalität! Aber vielleicht ist es genau das, was die Menschen heute mehr brauchen als urbanes Platzdesign. Sonst würde man nicht in Milbertshofen beobachten können, wie  „ein älterer Herr heimlich Blumensamen ausstreut“ (SZ)!

Dieser Artikel wurde 2-Mal überarbeitet.  ——— Volker Schafitel, Architekt

3 Kommentare

  1. Christian Z. Müller sagt:

    Diese Verunglimpfung der Arbeit von Kollegen und noch dazu, weil sie evtl. als Preisrichter bestimmte Dinge so oder so mit entschieden haben, wie im Falle der Prof. Ingrid Burgstaller zum WB Innenstadt Wunderle/Stumpf ist auf der website des Architekturforums total fehl am Platz. Es muss im Forum in Zukunft klar erkennbar sein, wer hier welche Artikel einstellt, und wessen Meinung dies darstellt. Anscheinend ist Architektur doch nicht unpolitisch und es gibt grüne und schwarze und rote Architekturmeinungen, die auf einer gemeinsamen Forumsseite entweder komplett oder gar nicht vermittelt werden dürfen. Artikel, wie „urban gestreift“ haben hier jedoch gar nichts verloren. mfG, Christian Z. Müller, TEAM-A-3

  2. vs sagt:

    Verzeihung, ich hatte vergessen zu signieren!

    Der Artikel verunglimpft nicht die Arbeit von Kollegen sondern nimmt den Artikel der SZ von 2008 zum Anlass und hinterfrägt den gestalterischen „Streifzug“ über öffentliche Räume.

    Ich sehe lieber Bäume als Pflaster und schätze unseren Gründerzeitpark am KÖ sehr. Daher stelle ich zur Diskussion, ob ein gestreifter umbaner Platz, der die hässlichen Fassaden an der Bahnhofstraße erst zur Geltung bringt, die Fällung von 166 Bäumen rechtfertigt.

    Das muss noch erlaubt sein! Das hat nichts mit politischer Ideologie zu tun – schon gar nicht hier in Augsburg, wo die Grünen gar nicht gegen die Baumfällung am Kö eintreten.

    Öffentlicher Raum gehört der Stadtgesellschaft und die darf darüber diskutieren, ob ein Gestaltungsvorschlag ausgeführt werden soll oder nicht.

    Wenn das nicht mehr möglich wäre, hätten wir ein Planerdiktat, und das hat im öffentlichen Raum keine Berechtigung.

    PS: Am CFS wurden 120 wertvolle Bäume aus dem geschützten Altstadtring-Grüngürtel geschlagen für eine Fehlplanung.

    Wer gibt uns die wieder zurück?

  3. Bald fallen am K sagt:

    […] urban gestreift- wahrscheinlich im fr

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