Rosenau“belastungs“straße

Die westliche Entlastungsstraße ist ein Relikt aus den 70-ern, als noch geplant war, die Nordtangente über die Von Buz – Holzbach -Ackermannstraße – Rangierbahnof – Gögginger-Straße – Eichleitnerstraße – mit der B17 zu verbinden. Ursprünglich sollte eine Verbindung unter der Gögginger Brücke mit der Schleifenstraße erfolgen. Dieser Plan wurde nie realisiert. Nun soll aber das Teilstück Rosenauentlastungsstraße gebaut werden!

 

Im Gesamtverkehrsplan (Stand 1996) ist die große Spange von der A8 bis zur B17 noch enthalten. Sie führt innerstädtisch über die Göggingerstraße zur B17. 

Gesamtverkehrsplan 1996 (Teilstück westl. Entlastungsstr. (blau)

              Auch die aktuelle Forstschreibung des Gesamtverkehrsplans führt diese Trasse. 

GVP-Fortschreibung (Trasse blau)

 Im B-Plan 500 wird sie „westliche Erschließungsstraße“ genannt und soll künftig sowohl ein Wohngebiet auf der Rangierharfe erschließen, als auch mit 24.000 KFZ pro Tag die Rosenaustraße entlasten! 

Differenzbelastung BPlan 500

Der Beschluss zur westlichen Entlastungsstraße lag dem Stadtrat am 27.01.2011 mit 2 Varianten zur Abstimmung vor. Eine führt über die von der DB nicht verfügbare Rangierfläche (orange), die andere entlang der Rosenauböschung, einer naturgeschützten Hangbepflanzung (grün).Tatsächlich erfüllt diese Trasse ausschließlich die Funktion, die 24.000 Kfz/Tag aus der Rosenaustraße aufzunehmen. Eine Innenstadtentlastung ist das nicht , da die Trasse nur den Verkehr parallel abwickelt – mit gleichem Start (Ackermannstr.) und Ziel (Gögginger Brücke)!

Beschlussvorlage westl. Entlastungsstraße

Beschlussvorlage westl. Entlastungsstraße

Im Stadtrat stimmten GRÜNE, Linke und FW gegen die Trasse.

Diese Spange hat ihre Ursache in der Führung der Linie 5 über die Rosenaustraße, die dann den Verkehr nicht mehr aufnehmen kann. Für die Tramtrasse und gegen die Entlastungstrasse zu stimmen ist wenig sinnvoll, es sei denn, man macht neue Vorschläge zur Führung der Linie 5.

Der 1.Preisträger des Ideenwettbewerbs Innenstadt schlug vor, die Linie 5 durch die Hörbrotstraße zu führen. Obwohl alle Beteiligten ständig beteuern, dass man die Ergebnisse des Wettbewerbs 1:1 umsetzt, zeigt der jetzige Beschluss erneut, dass davon nicht die Rede sein kann. Wäre es so, dann könnte man tatsächlich einmal eine „Erschließungsstraße“ auf der Gleisharfe bauen, die dort ein Wohngebiet erschließt und müsste weder teure Spangen bauen noch Bäume fällen. 

Ideenwettbewerb Hbf Westzugang
Ideenwettbewerb Hbf Westzugang

Das Projekts wird teuer, da über eine Brücke bzw. Rampe der Höhenunterschied zwischen der Ackermannstraße und den Gleisanlagen hergestellt werden muss. Die Auffahrt ist dort, wo heute die Kleingartenanlage „Lotzbeckwiese“ steht. 

Viadukt über die Kleingartenanlage

Viadukt über die Kleingartenanlage

Auch im Bereich neben der Schletterer Unterführung muss eine Brücke gebaut werden. Dort fehlt der Platz zu den Rangiergleisen.

Die neue Entlastungsstraße fährt an den Schlafzimmern der denkmalgeschützten WBG-Wohnanlagen Schuberthof und Lessinghof vorbei. 

Lessinghof (Arch. Thomas Wechs)

Lessinghof (Arch. Thomas Wechs)

 Fällt die Wahl auf die „Grüne“ Trasse, was wahrscheinlich ist, weil die DB-Flächen mittelfristig nicht verfügbar sind, bleibt von der Kastanienallee auf der Böschung nicht s mehr übrig. Wieder einmal fallen wertvolle Bäume dem Projekt Mobilitätsdrehscheibe zum Opfer, weil eine Planung ohne Rücksicht auf die Natur durchgedrückt wird. 

Kastanienalleeweg auf der Rosenauböschung

Kastanienalleeweg auf der Rosenauböschung

 Friedbergerstraße, Königsplatz, Halderstraße, Rosenaustraße … ein Kahlschlag, den in diesem Ausmaß bisher keine Stadtregierung gewagt hat.

Die einen fällen für die Tram, die anderen für die Autos – armes Augsburg!

1 Kommentar

  1. Heidelore sagt:

    Guter Beitrag. Kann nicht schaden, sich mit dem Thema detailierter auseinander zusetzen. Werde sicher die weiteren Posts im Auge behalten.

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