Fußgängerzone

Am 07.April 2011 ging der Planungsauftrag für die Fußgängerzone an g2-Landschaftsarchitekten. Die Arbeit machte im entsprechenden Wettbewerb den 1.Preis, wurde aber von der Jury teilweise so bewertet, als würde sie ausscheiden. Hier ein fachlicher „Dialog“ zwischen der Jurybewertung und meiner persönlichen Bewertung:

 
 

 

Jurybewertung Unter dem Bogen:

„Kritisch wird hingegen die Gestaltung des Platzes im Bereich „Unter den Bogen“ gesehen. Das räumliche Umfeld wirkt durch eine Übermöblierung mit Bänken, Brunnen und Gastronomie zum Teil überfrachtet.“

 

Persönliche Bemerkung:

Der Platz unter dem Bogen wurde so zugeplant, dass für Kunden kaum noch ein Durchkommen bleibt und die Orientierung schwer fällt.

Jury Bewertung Fuggerplatz:

„Am Fuggerplatz wird die Anordnung der Außengastronomie an der Hauswand begrüßt. Die umwehrenden Bänke im direkten Umfeld des Denkmals wirken deplaziert.“

 

Persönliche Bemerkung:

Während sich heute um das Denkmal die Cafegäste einen schönen Sonnenplatz sichern, schlägt der Preisträger die Außengastronomie nur vor der Fassade des Köpfhauses vor. Die eingezeichneten Sonnenschirme sind dort verzichtbar, denn dieser Bereich liegt in der sicheren ganzjährigen Schattenzone des Gebäudes.

Jurybewertung Rathausplatz

„Die Gestaltung im Bereich des Rathausplatzes wirkt hingegen zufällig. Eine Anordnung von Wasserfontänen in direkter Konkurrenz zum Augustusbrunnen wird als unangemessen angesehen.

 

Persönliche Bemerkung:

Abgesehen davon, dass auf dem Rathausplatz für die beliebte Außengastronomie kaum noch Stellfläche eingeplant ist, schlagen die Planer ein Konkurrenzwasserspiel gegenüber dem Augustusbrunnen vor.

Jurybewertung Entwässerung:

„Die angedachte Entwässerung über eine Entwässerungsrinne ist nur zum Teil schlüssig, da die dargestellten Unterbrechungen im Straßenraum in der praktischen Ausführung hinterfragt
werden müssen.“

Persönliche Bemerkung:

Die geplante Entwässerung funktioniert definitiv nicht! Die in der Auslobung vorgegebenen Höhen wurden nicht berücksichtigt und die Entwässerungsrinnen scheinbar willkürlich eingezeichnet.

Jurybewertung Kosten:

Aus wirtschaftlicher Sicht wird sich der Entwurf jedoch im oberen Bereich des Kostenrahmens bewegen.

Persönliche Bemerkung:

Dies wird besonders die Anlieger freuen, die an den Kosten beteiligt werden zumal es in der Preisträgergruppe Arbeiten gab, die wesentlich wirtschaftlicher waren und mehr auf die historischen Gegebenheiten eingegangen sind.

Mein Favorit war der 3. Preis! Er ist wirtschaftlicher, passt besser in das historische Stadtbild und knüpft ohne Bruchstelle an die bisherige Stadtraumgestaltung Augsburgs an.

Volker Schafitel, Architekt

Richtungswechsel  

Siehe hierzu auch der Beitrag „fussgang“ !

Link Wettbewerbsdokumentation

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