Container 3.Akt

Ohne VOF-Verfahren wurden nun Planungsleistungen für das noch 5.3 Mio Projekt an das Büro Bestler in Augsburg vergeben. Das Resultat der Planung, die laut Stadtrat Bernd Kränzle „ bundesligareif “ ist, stellen wir hier auf die Forumplattform.

 

 

Die Eingangsansicht zum künftigen „ Fuggerboulevard“ nach Süden gerichtet, bietet in einem rückversetzten fensterlosen Erdgeschoss nichts außer einer automatischen Schiebetüranlage. Das auskragende, ebenfalls nach Süden hin fensterlose Obergeschoss, ziert eine Plakatwand mit dem Szenenbild der nächsten Theaterpremiere – wie originell!

Die Fassade variiert lt. Ausschreibung zischen waagerechten Gasbetonplatten und Trapezblechverkleidung, einer Optik, die sich auch im Gewerbegebiet Gersthofen Süd großer Beliebtheit erfreut.

Ansicht Süd

Ansicht Süd

In den 150m2 Foyerfläche im Erdgeschoss sind die Flächen hinter Theke und Garderobe sowie der 3m breite Durchgang in den Theaterraum mitenthalten. Damit relativiert sich die von der Politik gerühmte Großzügigkeit des Entwurfs. Man betritt den Theaterraum von hinten und zwängt sich an den hohen Rängen der Zuschauertribüne durch einen Gang mit 1.45m Breite. Von dort beginnt der Aufstieg zu den Sitzplätzen.

Gerade Interimslösungen können Charme, Stil und Klasse haben, weil sie nicht für die Ewigkeit gebaut werden und damit mehr Experimentierpotential zulassen. Das muss auch nicht teuer sein, grade weil es nicht ewig halten muss.

Grundriss EG

Grundriss EG

Keiner erwartet so was zackiges wie in München, aber etwas mehr wie die jetzt geplante müde Gewerbeimmobilienarchitektur an der Kasernstraße schon.

Theatercontainer München

Theatercontainer München

Theater ist experimentell und die Welt um Augsburg herum hat erkannt, dass man mit Kreativität in der Architektur Besucher neugierig macht und anlockt. Man geht lieber in ein abgewracktes Kesselhaus um Schauspiel zu sehen. Mit dieser „Augsburger Lösung“ lockt man aber keinen müden Hund hinter dem Ofen hervor.

Vielleicht sollte man ein paar kreative Augsburger Architekten in einer Planerwerkstatt wenigstens über die Südfassade schauen lassen. Auch der Grundriss hätte durchaus noch Entwicklungsbedarf. Immerhin soll das „Ding“ 20 Jahre stehen!    

Volker Schafitel, Architekt

Kostenschätzung

Beschlussvorlage und Beschreibung

DAZ vom 10.05.2011

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