Adventszwerg

Nicht nur im Frühling möchte die Stadtverwaltung die Herzen der Augsburger erfreuen. Seit gestern steht die Weihnachtsdeko im Schrebergartenstil am Merkurbrunnen. Die Gestaltungssatzung des B-Plans 470 – Maximilianstraße ist grade verabschiedet und die Stadtverwaltung beginnt mit deren „konsequenten Umsetzung“! Nun wissen wir, was das Baureferat unter qualitätvoller Gestaltung und Möblierung des öffentlichen Raumes versteht. 

 

Der Bebauungsplan 470 Maximilanstraße, der am 12.08.2011 in Kraft getreten ist, hat hohe Ansprüche besonders gegenüber den Gastronomen, Hausbesitzern und Einzelhändlern. Nicht nur Farbe und Größe der Markisen wird festgelegt sondern auch Werbetafelgrößen, der Prozentanteil der Fensterverklebung u.v.m! Auch was die Möblierung des öffentlichen Raumes betrifft gelten strenge Regeln: 

Man könnte meinen, eine am Brunnengitter verdrahtete Werbetafel mit dem davor stehendem „fahrbaren Pflanztrog“ würde gleich in 2-facher Sicht -Werbung und Pflanztrog – gegen die Gestaltungssatzung verstoßen. Offenbar aber nicht?

Es scheint, mit der Gestaltungssatzung sind andere gemeint – jedenfalls nicht die Stadtverwaltung selbst , welche diese dem Stadtrat als Beschluss vorgelegt hat:

Unverständlich für den Radbürger ist , dass offenbar Schubkarren am historischen Gitter angekettet sein dürfen während Fahrräder dort kostenpflichtig entfernt werden.

Volker Schafitel, Architekt

2 Kommentare

  1. U. Englaender sagt:

    Bei diesem Niveau hat man früher von „geistigen Kleingärtnern“ gesprochen.
    In diesem Falle wäre das aber eine Verunglimpfung dieser liebenswerten Gartenfreunde. Hier muss man wohl eher die totale „Verwörnerisierung“ des Rathausumfeldes befürchten, die hier tätigen und für dieses Umfeld verantwortlichen Führungskräfte mit eingeschlossen.

  2. robertpfeiler sagt:

    Man hat ja mittlerweile ein genaues Bild des typischen Kleingarten-Spießers vor Augen: Gartenzwerg und Bierbauch etc. …

    Aber heute gibt es eine ganz neue Vorgarten-Spießigkeit: Keramikkugeln und Schrottplastiken von den gefühlten 200.000 ach so kreativen Künstlermärkten und das ganz wird nun auch noch weiter verfeinert von dem seit ein paar Jahren grassierenden Trend zum „Mediterranen-Karibik-ZEN-Garten-Look“ für Neureiche oder die, die gerne Neureich wären! Da passt diese peinlich dekorierte Schubkarre doch prächtig in´s Bild!!! …

    „Ostern“ wurde vom Rathausplatz förmlich vertrieben, Lüpperts mit seiner Aphrodite fast vom Mob gelyncht, aber niedliche Schubkarren mit dekorativen Glaskügelchen und süßen Sternchen, das mögen wir Augsburger, das ist unser Niveau: Spießertum!

    Und noch was:
    Die neuen Spießigkeit ist schrecklicher als die Gartenzwerge von früher, denn sie tut so, als wäre sie kreativ!!!

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