Die Schmuddelecken der Prachtmeile

Schöne Plätze und reizende Ecken hat unsere Stadt, aber mitten drin, wo gerade das Projekt Augsburg City „Zukunft macht“ gibt es eine Ecke die reizbar statt reizvoll ist – das Kaffeegässchen und das Butzenbergele. Ein öffentliches Gässchen wird zum privaten Gastro- Sperrmüll- und Tonnenschlauch.

 

 

Bearbeitungsumgriff BPlan 470 - Maximilianstraße

Bearbeitungsumgriff BPlan 470 - Maximilianstraße

Im Bearbeitungsumgriff des Bebauungsplans 470 „Maximilianstraße“ mit einer detaillierten Gestaltungsrichtlinie genießt das Kaffeegässchen einen Freiraum, den man milde als stadtgestalterisches Niemandsland bezeichnen könnte.

Überall in der Maximilianstraße ist das Ordnungsamt mit dem Zentimetermaß unterwegs, misst Schirmdurchmesser und Tafelgrößen und versendet Ordnungswidrigkeitsschreiben an böse Bürger, die das vorgeschriebene Tafelmaß um 30 Zentimeter überschreiten.

Unter dem trüben Auge des Stadtplanungsamtes und der Ordnungsbehörde genießt aber das Kaffeegässchen eine erstaunliche Schmuddelfreiheit, jenseits jeder Gestaltungsrichtlinie!

Dabei ist der nördlich angrenzende Nachbar am Kaffeegässchen die Stadt selbst mit der Musikschule – Leopold Mozart Zentrum an der Maximilianstraße 59. Man kann davon ausgehen, dass der ganze Verhau mit der Stadt abgestimmt ist und von dieser geduldet wird.

Lageplan: Die Stadt ist Nachbar!

Lageplan: Die Stadt ist Nachbar!

Die Frage stellt sich, weshalb wird für das Mülllager eines Privathauses ein öffentliches Gässchen von der Maximilianstraße zur Dominikanergasse mit einem schäbigen Gitter versperrt, während z.B. die Besitzer am Nachbarhaus für ein schön gestaltetes Hofgittertor eine Ordnungsstrafe bezahlen mussten, weil es nicht den Gestaltungsvorstellungen der Denkmalpflege entsprach. 

Zugang von der Maxstraße über ein hässliches Gttertor

Zugang von der Maxstraße über ein hässliches Gttertor

Gleich hinter dem Gittertor zur Maxstraße beginnt der Müll

Gleich hinter dem Gittertor zur Maxstraße beginnt der Müll

Abstellplatz für Mülltonnen und Heizpilze - Hier wird im Winter nie geräumt!

Abstellplatz für Mülltonnen und Heizpilze - Hier wird im Winter nie geräumt!

Mülltonnenparade entlang des gesamten Kaffeegässchens

Mülltonnenparade entlang des gesamten Kaffeegässchens

Nicht viel besser sieht es am Butzenbergele aus

Nicht viel besser sieht es am Butzenbergele aus

Verschmiert, verdreckt, und versifft ist der eigentlich reizvolle Weg hinunter ins Lechviertel, so, dass Touristen nachfragen, ob es hier in die Augsburger Slams geht!

Geschmier am Butzenbergele

Geschmier am Butzenbergele

Wer die Vergangenheit und Gegenwart nicht beherrscht, sollte sich über die Zukunft keine großen Gedanken machen! Mit flotten Sprüchen ist es nicht getan, wenn die Taten nur halbseiten daherkommen! 

IHR MACHT DIE MAXSTRASSE ZUR PRACHTSTRASSE!

„Alles neu, vieles besser … Die neue Maximilianstraße! … Durch all das wird das Straßenbild für das Auge beruhigt und die Prachtstraße neu wahrnehmbar…..“ So wirbt die Stadt in der Werbekampagne von Projekt Augsburg City!

http://www.projekt-augsburg-city.de/maximilianstrasse/

Werbekampagne der Stadt zur "Prachtmeile"

Werbekampagne der Stadt zur

Deutlich zeigt der Bebauungsplan auf, dass es sich bei Kaffeegässchen und Buzenbergele um eine öffentliche Wegfläche handelt, also in voller Verantwortung der Stadt liegt.

Bebauungsplanausschnitt-470

Bebauungsplanausschnitt-470

Es gibt also eigentlich keine Ausreden für diesen Missstand. Doch die bisherige Erfahrung zeigte, dass die Verantwortlichen niemals um eine Ausrede verlegen sind. Wir sind deshalb gespannt, was man sich diesmal einfallen lässt!

V. Schafitel, Architekt

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