WBG

Der Gründer der WBG war der SPD-Politiker Friedrich Ackermann. Er war 1919 Berater des bayerischen Kultusministers und späteren Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und 1919 bis 1933, als ihn die Nazis einsperrten, zusätzlich 2 Bürgermeister in Augsburg. Die WBG nahm am 10.Sept. 1927 ihren Geschäftsbetrieb auf. Ziel der Gesellschaft war es, „der minderbemittelten Bevölkerung entsprechenden Wohnraum … preiswert zu verschaffen„! Ackermann hat Augsburg die Freilichtbühne zu verdanken und nach ihm wurde die erste 4-spurige Augsburger Stadtautobahn benannt.

 

1922 gab es in Augsburg 10.000 Wohnungssuchende. Bis Ende der 20-er Jahre erstellte die WBG Großwohnanlagen wie den Eschen-, Birken-, Richard-Wagner-, Richard-Strauß-, Zeppelin-, Schubert-, und den Ulmenhof. 

Eschenhof – Oberhausen ( Architekt Stadtbaurat Otto Holzer)

Eschenhof – Oberhausen ( Architekt Stadtbaurat O. Holzer)

Wie fortschrittlich die WBG in den 30-er Jahren baute, zeigt der Lessinghof an der Rosenaustraße. Im reinsten Bauhausstil entstand neben den schon modernen Schuberthof die Wohnanlage nach den neuen Gestaltungsrichtlinien Funktionalität, Zweckmäßigkeit, Licht und Luft. Der planende Architekt war Thomas Wechs, der sich mit le Corbusier sogar brieflich über den Lessinghof fachlich austauschte.

Lessinghof – Rosenaustraße (Architekt Thomas Wechs)

Lessinghof – Rosenaustraße (Architekt Thomas Wechs)

Zugunsten des wachsenden Rüstungsbaus wurde die Förderung des Wohnungsbaus durch die öffentliche Hand eingestellt. Gebäude wie der Lessinghof wurden als „marxistisches Übel“ diskreditiert. Anstatt dessen baute man z.B. die Siedlung des Volkes und Siedlerviertel wie die im Bärenkeller.

Das Ergebnis dieser „Wende“ war Diktatur, Zerstörung und in dessen Folge der Wiederaufbau.

Jakoberstraße 1944

Jakoberstraße 1944

In der Monotonie der 50-er Jahre entstanden Reihenwohnanlagen, um der wachsenden Wohnungsnot Abhilfe zu schaffen. Die Qualität blieb auf der Strecke.

Wohnanlage Herrenbach 50-er Jahre

Wohnanlage Herrenbach 50-er Jahre

 Auch die 60-Jahre brachten keine Verbesserung der Architekturqualität.

MAN – 60-er Jahre

MAN – 60-er Jahre

In den 70-er Jahren baute die WBG im Univiertel im „Bauträgerstil“!

Univiertel – 70-Jahre

Univiertel – 70-Jahre

Den 80-er Jahren fiel die alte Kavallerie-Kaserne hinter dem Ulrichsmünster dem sogenannten „Reiterhof“ der WBG zum Opfer. Dort entstand eine historisierend gebautes Quartier dessen Architektur zwar nicht weh, aber auch nicht wirklich gut tut.

Abriss der Kavaleriekaserne von 1803

Abriss der Kavaleriekaserne von 1803

In den 90-er Jahren wurden damit begonnen, die sogenannten Konversoinsflächen der Kasernen in Wohn- und Gewerbebauten umzuwandeln. Qualitätsbemühungen fanden nur auf dem Papier und in Broschüren statt, die gebaute Realität führte zu banalen Ergebnissen.

 

Die 2000-er Jahre standen im Zeichen der Wärmedämmverbundsysteme und Balkonanbauten für alte WBG-Wohnanlagen aus dem letzten Jahrhundert.

Schillerhof mit Wärmedämmverbundfassade und Balkon

Schillerhof mit Wärmedämmverbundfassade und Balkon

In den 2010er Jahren beschäftigt sich die WBG mehr mit politischen Projekten der jeweiligen Stadtregierungen, statt entsprechend ihrem Gründungszweck, günstigen Wohnraum für bedürftige Bürger zu bauen. Die WBG saniert die Kongresshalle, baut die Messehalle, die Stadtbücherei, das Kanuzentrum, die Auen- u. Westparkschule.

Mi der Sanierung des Curt-Frenzel-Stadions geriet die WBG deutschlandweit in die Schlagzeilen, weil die Ränge so geplant wurden, dass die Zuschauer den Puk auf der Eisfläche nicht mehr sahen.

Umbau des Curt-Frenzel-Stadions  - Zuschauerproteste

Umbau des Curt-Frenzel-Stadions - Zuschauerproteste

 

Anspruch und Umsetzung 

Mit dem wirtschaftlichen Höhenflug der WBG geht einher ein deutlicher kultureller und sozialer Abstieg. Kein Projekt, das die WBG in den letzten 80 Jahren gebaut hat kann nur ansatzweise die Qualität aufweisen, die in den 20-er und 30-er Jahren zum Selbstverständnis der WBG wurde. Das liegt daran, dass das ehrenhafte Gründungsziel dem Profitdenken und der vorauseilenden politischen Opportunität ihrer Geschäftsführer gewichen ist.

Unternehmenskultur der WBG

Der letzte Geschäftsführer diesen Kalibers verabschiedet sich nun in den Ruhestand.
Mit wirtschaftlicher „Cleverness“, hat er aus der WBG eine profitgeilen städtischen Bauträger gemacht. Sprüche wie „Architekten leben bei der WBG in gesicherter Armut“ oder Ansprachen wie aus dem schlimmsten Frühkapitalismus wie „hier stehen 34.000 Euro Monatsgehälter rum“ mit denen er seine Leute zu mehr Leistung motivieren wollte, zeigen das Niveau der WBG-Unternehmenskultur.

Ein neuer Geschäftsführer soll installiert werden, der mit Baukultur noch weniger am Hut hat wie der scheidende, der ein gelernter Steuerberater war. Anstatt die WBG eventuell mit einer Doppelspitze (Architekt + Betriebswirt) zu besetzen, will man einen Kandidaten aus den Seilschaften des Baureferats installieren.

Vorbilder

Das Musterbeispiel einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft ist die NUWOG in Neu Ulm, deren Projekte mit überregionalen Preisen ausgezeichnet werden.

 

Nuwog Wohnanlage Neu Ulm – Deutscher Fassadenpreis

Nuwog Wohnanlage Neu Ulm – Deutscher Fassadenpreis

Davon ist die WBG in Augsburg Lichtjahre entfernt und der Abstand wird sich vergrößern, weil die Spitze des Unternehmens wieder in bester Provinzmanier mit einem Vollzugsknecht der Politik besetzt werden soll. Der soll das tun, was ihm seine drittklassigen Vorgesetzten auftragen, und Augsburg wird weiterhin unteres Mittelmaß bauen und es möglicherweise sogar schaffen, im 100-jährigen Jubiläumsjahr der WBG 2017 ihre kreativen Mieter aus der Reesekaserne, dem heutigen Kulturpark West zu feuern, um dort die selbe unkreative, kultur- und belanglose Architektur zu bauen, wie sie es die letzten 80 Jahre getan hat.

100 Jahre ohne kulturellen Fußabdruck

Baumeister wie Elias Holl, Otto Holzer und Thomas Wechs haben der Stadt einen kulturellen Abdruck ihrer Schaffensepoche geschenkt. Die Stadt hätte auch heute gute Architekten, die das könnten. Die werden aber vom unteren Mittelmaß der Verwaltung und von kulturbanausigen Geschäftsführern klein gehalten.

Ein Heer von Kleinkarrierten sorgt dafür, dass der Zeitabstand zum letzten Kulturgut, welches die Söhne und Töchter dieser Stadt hervorgebracht haben, stetig wächst!

Volker Schafitel, Architekt

 Historie der WBG

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9 Kommentare

  1. Merko sagt:

    Ich verstehe natürlich nicht so wahnsinnig viel von dem Inhalt des Dargestellten. Bin ja nur ein einfacher Architekt. Aber wenn ich mir die Qualität dieses Artikels ansehe (schon mal was von Rechtschreib- und Grammatikprüfung gehört?), dann kann ja inhaltlich auch nicht so viel her sein… Ich tippe auf jede Menge verletzten Stolz.

    Drittklassige Vorgesetzte? Na, da ist aber jemand sauer, dass er nicht OB geworden ist? Oder Chef der WBG?

    Kopf hoch, die nächste Wahl kommt bestimmt! Vielleicht klappt’s dann beim nächsten Mal! 🙂

  2. Volker Schafitel sagt:

    Lesen Sie einfach über die Rechtschreib- und Grammatikfehler hinweg – Sie sind je kein Deutschlehrer – und versuchen Sie Sich auf die Inhalte zu konzentrieren. Ich stand weder als OB zur Wahl, noch habe ich mich für E. Mathes Nachfolge beworben. Mein Kopf ist oben und da bleibt er, denn ich bin mit meinem Status sehr zufrieden, auch wenn er sich das „nächtst Mal“ nicht ändern wird!

  3. Klaus Stumpf sagt:

    Lieber Volker,

    es mag Dir aus politischen Gründen opportun erscheinen, auf den scheidenden und den neuen Geschäftsführer der WBG/AGS und Ihre „kulturbanausigen“ Helfershelfer drein zu hauen, – das ist mir, mal wieder, zu polemisch – deshalb eine Widerrede.

    Es ist richtig, dass Herr Mathe mit seinen Sprüchen polarisiert und provoziert, es ist aber auch Fakt, dass die beauftragten Architekten genauso gut honoriert werden wie anderswo. Die WBG steht wirtschaftlich gesund und mit der energetischen Sanierung des Gebäudebestands besser da, als andere vergleichbare Wohnungsbaugesellschaften in Deutschland. Wo viele Städte und Länder aus wirtschaftlichen Gründen Ihren Wohnungsbestand längst veräußert haben, kann sich Augsburg aufgrund der von Dir kritisierten Profitgeilheit, ich nenne es Ertragsdenken, noch 10.000 eigene Wohnungen leisten. Leider werden wir nicht erleben wie die, zu Recht für Ihre Architekturqualität ausgezeichnete NUWOG in 60 Jahren da stehen wird. Man sollte nicht vergessen, dass die Bauten der WBG meist in Zeiten großer Wohnungsnot und schlechter Finanzlage entstanden und nicht im gesicherten Umfeld der NUWOG-Bauten.

    Man sollte unbedingt die Diskussion führen, ob Entwicklung, Planung und Abwicklung von öffentlichen Baumaßnahmen statt bei der WBG/AGS, besser im Baureferat aufgehoben wären, aber das ist politischer Wille, nicht Entscheidung der WBG. Fehler wie beim Eisstadion sind extrem unangenehm, gerade für uns Architekten, können aber jedem passieren, auch Beamten (andere Städte trifft es mit Flughafen, Bahnhof oder Oper weit härter). Warten wir ab, wer schuldig ist – dann steinigen wir sie.

    Elias Holl war vor 400 Jahren Stadtbaumeister. Otto Holzer war Stadtbaurat mit prägendem Einfluss auf die Augsburger Stadtentwicklung und einer, nennen wir es mal, soliden, konservativen Architektursprache. Thomas Wechs war ein gut vernetzter freier Architekt mit freundschaftlicher Verbindung zu Bürgermeister und Stadtbaurat.
    Du, und an Deiner Seite alle Architektenverbände, würden heute sofort gegen die direkte Auftragsvergabe an Herrn Wechs auf die Barrikaden gehen (der übrigens wegen fehlender Wohnungsbau-Erfahrungen auch keinen Wettbewerb gewonnen hätte), oder gegen selbst entwerfende Stadtbaumeister,- bauräte wie Holl und Holzer – da gehe ich jede Wette ein.

    Die herausragende Architektur von Lessing- und Schuberthof ist unbestritten, wobei diese als, recht exklusive Beamtenwohnanlagen errichtet wurden. Die Qualität der Holzerbauten liegt eindeutig im Städtebau und die Denkmalqualität in zeitgeschichtlicher Bewahrung und Dokumentation. Grundrisse und Bauqualität entsprachen ihrem Zweck als billige Hilfswohnungsbauten. Fakt ist jedenfalls, dass die damals beste Architektur auch die seiner Zeit teuerste war, und in einem kleinen Zeitfenster entstand, bei der ein guter Architekt mit politischer Unterstützung den notwendigen finanziellen Rahmen bekam.

    Die architekturkulturelle Entwicklung Augsburgs kann man überall in der Stadt an Hand von realisierten Architekten-Wettbewerben (auch von WBG-Bauten), betrachten. Ob wir die Ergebnisse seit den 50er Jahren heute generell als banal verdammen oder als Kulturgut anerkennen wollen, sei dahin gestellt. Anscheinend ist es Schicksal der Architektur anfangs umstritten zu sein, später vergessen und erst nach hundert Jahren geliebt zu werden. Eine Diskussion, die übrigens auch zu führen wäre ist, ob Architekturqualität gleichzusetzen ist mit Gestaltungsqualität.

    Wir haben selbst zwei Wettbewerbe für die WBG organisiert, und die Ergebnisse waren gut. Die Jurys waren mit ausgezeichneten Fachpreisrichtern besetzt und Herr Mathe hat, obwohl Sachpreisrichter, einigen architektonischen Sachverstand bewiesen. Dass er gerne, bei allem Stolz über realisierte Projekte, die mangelnde Wirtschaftlichkeit beklagt, ist neben den Bilanzen auch der Verantwortung gegenüber den zahlenden Mietern geschuldet. Das Projekt in der Grüntenstraße vom Kollegen Lattke wurde übrigens deutschlandweit mehrfach ausgezeichnet.
    Außer Frank Lattke und uns gehören zu den von der WBG klein gehaltenen Kollegen u.a. Wichtendahl, Adrianowytsch, Brockel, Müller, Schulz, Huttner, Schrammel, Riegg, Hilmer, Sattler, Hohenner, Schulze, Bernhard, Glogger, Meier, Eberle…

    Es ist unsere Aufgabe als Planer, uns im Rahmen des Möglichen für gute Architektur einzusetzen. Wenn man sich innerhalb der wirtschaftlichen Vorgaben bewegt, kann man bei der WBG/AGS viele seiner Ideen realisieren und bei entsprechender Hartnäckigkeit wird finanzieller Spielraum gewährt, mehr als bei manch anderem professionellen Bauträger. Es gelingt nicht immer und nicht alle scheiden im Guten, – wie bei jedem Bauvorhaben.
    Mein Wunsch an den Geschäftsführer eines Immobilienunternehmens und seines Aufsichtsrats ist es, Architektur zu fördern, nicht sie zu planen, deshalb brauche ich keinen Architekten an der Spitze der WBG.

    Ich wünsche Herrn Mathe einen angenehmen Ruhestand.
    Dr. Hoppe, als seinem Nachfolger, wünsche ich einen guten Einstand, einen ähnlich direkten Draht zu seinen Mietern (was schwierig sein wird), sowie das Einfühlungsvermögen und die Entschlossenheit, Architekturqualität und Ökonomie zum Wohl der Stadt richtig abzuwägen und durchzusetzen.

    Wir, und da spreche ich für viele Augsburger Architekten, werden den Kontakt zu ihm suchen und Zusammenarbeit anbieten.

    Klaus Stumpf

  4. v.s sagt:

    Lieber Klaus,

    mein Beitrag ist unpolitisch, wie alles hier auf dieser Plattform. Politik passiert woanders! Die WBG ist ja auch keine Partei.

    Aber schön, dass wenigstens einer aus der Gilde für die WBG und E. Mathe einen Stab bricht!

    Niemand hat etwas anders erwartet, als dass Architekten den Kontakt zur WBG suchen – schließlich ist die WBG, wie Du festgestellt hast, ein potenter Bauherr!

    Zur Führungsbestezung wäre mir persönlich eine Kombination Betriebswirt/Architekt lieber. Aber wer braucht schon einen Architekten an der Spitze einer einer Wohnungsbaugesellschaft…..

  5. Klaus Hoffmann sagt:

    Lieber Volker,

    gratuliere, schöne Webseite, heere Ziele, kontroverse Diskussion!

    WBG: Warum die drittklassige Polemik?

    Herr Mathe ist im schwierigen Umfeld zwischen Politik und sozialen, wie auch baulichen Notwendigkeiten seiner Aufgabe, mietgünstigen Wohnraum für entsprechend Bedürftige zu schaffen bzw überwiegend zu erhalten mehr als gerecht geworden. So hat die WBG auch mehrere Wirtschaftskrisen unbeschadet überstanden und ihre Aufgaben, die sich insoweit durchaus mit den Anliegen der Politik decken ebenso wahrgenommen wie jetzt in Zeiten brummender Konjunktur, in denen man schnell vergisst, wie wichtig ökonomischer Sachverstand gerade dann ist, wenn Kommunen in ihrer Not das Tafelsilber verscherbeln und zwar ohne Ansehen dessen, was ggf. an architektonischer Leuchtturmleistung mitverscherbelt wird.
    Daß sich die Stadt der WBG / AGS bedient um schwierige Projekte zu betreuen ist nichts Ungewöhnliches. Die von Dir mitgelieferte Botschaft, daß Herr Mathe sich durch Vernachlässigung der wohnungspolitischen Aufgaben der WBG weiter am weiteren sozialen Verfall (welchem?!) schuldig gemacht haben soll ist nicht akzeptabel. Sein Anliegen war und ist sicherlich, einem sozialen Verfall soweit wohnungspolitisch umsetzbar vorzubeugen.
    Über gelungene Architektur freut sich jeder, allerdings wurden die, in Zeiten großer Wohnungsnot entstandenen Nachkriegs-Zweckbauten am ästhetischen Bedarf vorbei gebaut.
    Sie waren aber zur Deckung eines dringlicheren als des kulturellen Bedarfs entstanden. Daß Herr Mathe nicht gleich die Sprengung veranlasst hat möchte man ihm nur ungern als „Profitgeilheit“ in Kombination mit „vorauseilendem Gehorsam“ auslegen.
    Die Mitwirkung der WBG an Augsburger Projekten im Rahmen der deutschen Städtebauförderung „soziale Stadt“ machen Herrn Mathe auch noch nicht zu einem „Vollzugsknecht drittklassiger Vorgesetzter“.
    Warum muß jede Äußerung (auch sarkastische und keineswegs ernst gemeinte) für eine möglichst negative Charakterisierung herhalten? Er hat m. E. bei der Kritik, die zu üben jedem das Recht zusteht durchaus mehr Sachlichkeit verdient.
    Im Übrigen bin ich auch ein Verfechter des Erhalts dieses Kreativbiotops an der Somme-Strasse und hoffe, daß die WBG hier hilft soweit sie kann.
    Manchmal mögen harsche Worte helfen, dem Bürgerwillen Gehör zu verschaffen, ob dazu aber die völlig überzogene Diskreditierung von Herrn Mathe das geeignete Mittel ist, wage ich zu bezweifeln.

    Ich wünsche ihm jedenfalls neben der kritischen Reflexion seiner Dienstzeit ( – warum habe ich bei VS soviel Widerspruch ausgelöst. . .?) einen schönen Unruhestand!
    Klaus Hoffmann

  6. v.s sagt:

    Lieber Klaus,

    ich ziehe ja nur eine Bilanz der letzten 80 Jahre WBG, beginne bei meinem Lieblingsbau, dem Lessinghof an der Rosenaustraße (dessen bestimmende Kastanienallee übrigens in großer Gefahr schwebt)und ende beim Curt-Fenzel-Stadion. Dabei habe ich nur aus der Broschüre der WBG geschöpft, und es mag sein, dass bei der Durchsicht der Bildreihen zu Bitterkeit etwas Zynismus kam.

    Dafür bitte ich um Nachsicht.

    Man sollte aber berücksichtigen, dass das vermeintliche Opfer selbst ein großer Zyniker ist, und die kritische Reflexion nicht nur seine Dienstzeit betrifft.

    Es wäre aus meiner Sicht trotzdem schön, die WBG ginge künftig andere Wege, die uns möglicherweise wieder zurückführen an die Qualität des Lessinghofs. Der ist übrigens ökonomisch gesehen eine der wirtschaftlichsten Anlagen der WBG!

    Danke jedenfalls für Deine Sicht der Dinge!

    Volker Schafitel

  7. Thomas Glogger sagt:

    „Wir wollen die Stadt-gesellschaft sachlich und unabhängig zu aktuellen Themen der Baukunst, Stadtentwicklung und Denkmalpflege informieren“.

    „Sachlich“ und „unabhängig“?

    Natürlich ist die WBG im Laufe Ihrer Geschichte nicht für jedes Ihrer zahlreichen Vorhaben mit Preisen bedacht worden.
    Derart polemisch aber eine seit den 50er Jahren durchgängig nicht vorhandene Architektur-qualität suggerieren zu wollen, hat mit sachlicher und unabhängiger Information nichts mehr zu tun.

    Mit keinem Wort erwähnt werden
    – der Deutschen Städtebaupreis 1987 für das Sanierungsgebiet St. Ulrich,
    – der Deutsche Bauherrenpreis BDA/GdW 1996 für die Umnutzung des Areals des ehemaligen Westkrankenhauses,
    – die lobende Anerkennung beim Deutschen Bauherrenpreis BDA/GdW 2001 für die Sanierung des Eschenhofes,
    – die überregionale und durchwegs positive Besprechung des neuen Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz,
    – die Auszeichnungen für die Sanierung der Anlage an der Grüntenstraße.

    Und Projekte wie
    – die Sanierung der Bebauung im Hochfeld einschließlich des neuen Römerhofes,
    – die Bebauung an der Kaltenhoferstraße,
    – der Neubau der Westparkschule,
    – die „soziale Stadt“ in Oberhausen,
    – die Centerville Süd-Volksschule,
    – und die vielen Krippen-/Kindergärten,

    von Bewohnern/Nutzern geschätzt und mittlerweile zu ganz selbst-verständlichen Bestandteilen des öffentlichen Stadtraumes geworden, passen anscheinend auch nicht in das schlichte Bild der „guten“ (bis zu den 50er Jahren) und der „schlechten“ (seit den 50er Jahren, ganz schlecht dabei natürlich die Ära Edgar Mathe) WBG.

    „Sachlich“ und „unabhängig“?

    Was haben Fragen ob Herr Mathe den Zyniker nun nur gibt oder ob er tatsächlich einer ist (er ist im übrigen keiner) oder die Bemerkungen zur „Unternehmenskultur der WBG“ einschließlich der Einstellung, die Welt in Architekten und Nicht-Architekten (wie Steuerberater oder, noch schlimmer, Juristen) einzuteilen, mit sachlichen Informationen zu tun? Im übrigen eine Einstellung die unserem Berufsstand in den letzten Jahrzehnten hinsichtlich Reputation und Einfluss nur geschadet hat.
    Und gerade jemand, den es mit solcher Macht in die Politik zieht, sollte auch dem Nachfolger von Herrn Mathe, Herrn Dr. Hoppe, zumindest die Chance der ersten 100 Tage geben.

    Nichts gegen eine persönliche Meinung zu allem und jedem. Zunehmend irritierend ist allerdings die Selbstverständlichkeit mit der private Statements in Folge als offizielle „Stellungnahme des Architekturforums“ den Weg in die Öffentlichkeit finden.

    Und das, obwohl wie bei „Es gibt kein Projekt“, „Das historische Rathaus“ oder eben bei „WGB“ weder eine vorherige, inhaltliche Diskussion stattfindet, noch eine tatsächlich für die Öffentlichkeit gedachte Sprachregelung abgestimmt wird.

  8. v.s sagt:

    Es gibt keine Chance der 100 Tage, weil die Stelle für 6 Jahre besetzt wird. Fehlbesetzungen bleiben also 2190 Tage auf Posten, unabhängig wie die ersten 100 Tage ausfallen! Es ist mittlerweile üblich, dass Juristen für jede fachspezifische Führunsposition als Idealbesetzung gelten. Das liegt aber weniger daran, dass Juristen Generalisten sind, sondern möglicherweise gibt es es zu viele!

    Wir befinden uns auf einem Blog. Alles was hier geschrieben wird ist eine „persönliche Meinung“ was sonst? Es gibt keine „offizielle Stellungnahme das Architekturforums“ denn es steht immer der persönliche Verfasser am Ende jedes Artikels.

    Die inhaltliche Diskussion von Blogartikeln findet öffentlich auf dieser Plattform statt. Eine besondere Sprachregelung wie auch jeder Ansatz von Zensuren ist hier verpöhnt und fehl am Platz (Ausgenommen persönliche Beleidigungen! Ich verwehre mich gegen jeden „Öffentlichkeitsfilter“!

    Und noch in eigener Sache: Es zieht mich nicht mit Macht in die Politik. Ich stehe nur zur Wahl, die jeder mit seinem persönlichen Kreuz entscheidet!

    V. Schafitel, Architekt

  9. Werner Eberle Architekt sagt:

    Mit dem Wechsel an der Stadtspitze im Jahr 2008 ist eine Veränderung bei der
    Vergabe von Architektenaufträgen festzustellen. Es ist seitdem eine deutliche
    Steigerung bei der Vergabe von Aufträgen nach Wettbewerben oder zumindest nach
    Gutachterverfahren zu beobachten. Diese Entwicklung wird ausdrücklich begrüßt.

    Wettbewerbe sind unter wirtschaftlichen, städtebaulichen und architektonischen
    Gesichtspunkten, ein geeignetes Instrument für die beste Lösung einer Bauaufgabe.

    Die gesamte Augsburger Architektenschaft, der Wettbewerbsausschuss (BDA, BDB,
    BDIA, BDLA) und die Architektenkammer haben über Jahre hinweg genau diese Öffnung
    gefordert.

    Die WBG hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl wichtiger Projekte als
    Wettbewerb, Plangutachten oder VOF Verfahren ausgelobt. Diese Verfahren
    sind nachweislich bestens geeignet, um Auftragsvergaben demokratisch, fair und
    nachvollziehbar zu organisieren.

    Viele dieser Wettbewerbsergebnisse sind heute in der Bauphase. Bald werden wir
    diese als Teil unserer Stadt erleben – wir können uns darauf freuen.

    Diese Entwicklung in Augsburg und gerade auch bei der WBG wurde von Herrn
    Mathe mitgetragen. Es ist die Erkenntnis gereift, dass Architektenwettbewerbe ein
    Bauvorhaben nicht verteuern, sondern im Gegenteil wirtschaftliche Lösungen im
    Zusammenspiel mit architektonisch herausragenden Entwürfen entstehen lassen.

    Die WBG ist hier auf einem guten Weg. Es könnte gelingen, dass in einigen Jahren
    neben der NUWOG in Neu Ulm eine weitere städtische Baugesellschaft
    in Bayern vorbildliche Bauten vorzuweisen hat.

    Dem neuen Geschäftsführer, Herrn Dr. Hoppe, ist zu wünschen, dass er diese
    Wettbewerbskultur pflegt und die Diskussion mit der Architektenschaft sucht.

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