Architekturfilm & Jazz (17)

In der Veranstaltungsreihe „Architekturfilm und Jazz“ im Thalia Kino Am Obstmarkt in Augsburg, zeigen wir am Montag den 01. Juli 2013 – 19:00 den Film „learning from the light“ über den Architekten I.M.Pei, von Bo Landin u. Sterling Wagenen (Eintritt 5 €) Ieoh Ming Pei ist ein US-amerikanischer Architekt chinesischer Herkunft, dessen Baustil der Klassischen Moderne verpflichtet ist. Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten der Gegenwart. Ab 20:30 gibt es Live-Jazz mit CoolTone im Thalia Kaffeehaus bei gutem Essen, guten Gesprächen und freiem Eintritt!

Ieoh Ming Pei kam 1917in einer wohlhabenden Familie zur Welt. Sein Vater war ein leitender Angestellter der Bank of China. Die Mutter war eine künstlerisch gebildete Frau und Buddhistin. Sie starb an Krebs als er erst 13 Jahre alt war.

Erweiterung und Sanierung des „Grand Louvre“ in Paris 1982

Erweiterung und Sanierung des „Grand Louvre“ in Paris 1982

Im August 1935 reiste Pei in die USA und schrieb sich nach kurzem Aufenthalt in Philadelphia am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston ein. Dort wurde damals ein sehr konservativer Unterricht erteilt, man zeichnete antike Bauten und Pei sah in ihnen das höchste Ideal. Einen Ausweg fand er im Selbststudium von Zeitschriften über moderne europäische Architektur und vor allem in den Büchern von Le Corbusier („meine Bibel“). Nach kurzer Arbeit als Zeichner in einem Bostoner Ingenieurbüro begann Pei im Dezember 1942 sein Hauptstudium als Stipendiat in Harvard wo Walter Gropius und Marcel Breuer seine Lehrer waren.

Nach seinem Studium schlug William Zeckendorf, ein New Yorker Immobilienunternehmer Pei 1948 vor, Direktor der Entwurfsabteilung in seiner Firma Webb & Knapp zu werden. Er hatte einen Mitarbeiter des Museum of Modern Art (MoMA) gebeten, ihm „den größten unbekannten Architekten des Landes“ zu vermitteln. Pei, der bis dahin kein einziges Gebäude fertiggestellt hatte, wurde ihm vorgestellt, und „es war Verständnis und Zuneigung auf den ersten Blick“, wie Zeckendorf in seinen Memoiren schrieb. Im Herbst zog Pei nach New York und trat seine neue Stelle an.  Seine akademischen Kollegen waren wegen des vermeintlichen beruflichen Abstiegs höchst befremdet.

Der Einstieg in die völlige Selbständigkeit verlief erfolgreich. Auf Vorschlag einer Gruppe von Architekturprofessoren wurde Pei 1961 mit dem Neubau des „National Center for Atmospheric Research“ bei Colorado beauftragt. Der Bauplatz lag am Fuße der Rocky Mountains Pei orientierte sich am traditionellen Stil der Pueblo – Indianer. Er entwarf ein Ensemble aus fünfgeschossigen Türmen und flachen Gebäudeteilen. Der Beton wurde mit dem rötlichen Stein der Umgebung eingefärbt, die Oberfläche aufgeraut. Die archaisch anmutende Anlage erinnert etwas an die Arbeiten von Paul Rudolph, Louis I. Kahn oder Le Corbusier.

National Center for Atmospheric Research  Colorado 1961

National Center for Atmospheric Research Colorado 1961

Seit 1966 firmierte Pei´s Büro mit „I. M. Pei & Partners“, seit 1989 „Pei Cobb Freed & Partners“. Pei blieb aber der führende Kopf des Unternehmens. Als hervorragender Verkäufer, dem es meist gelang Menschen zu überzeugen, war er unermüdlich weltweit unterwegs. Er beschaffte Aufträge, organisierte, beurteilte Entwürfe und fand noch Zeit, eine Vielzahl von Bauten und Projekten selbst zu betreuen.Der Bau des des 240 m hohen John Hancock Tower in Boston führte fast zum Ruin der Firma weil ein weil sich bei jedem Sturm riesige Scheiben aus der Fassade lösten. Schließlich musste der Turm vollständig neu verglast werden. Der Imageschaden für Pei´s Firma war beträchtlich, prominente Aufträge wurden zurückgezogen. 1990 schied er offiziell aus der Firma aus, behielt jedoch sein Büro und führte seine meist kleineren Projekte in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen durch.

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