“ Es gibt kein Projekt“

30.06.2013 – Die Aufregung war besonders bei den „Unbeteiligten“ groß auf unseren letzten Beitrag im Architekturforum, wenn man sich darauf einigt, dass die Hauptbeteiligten die Mieter an der Siebentischstraße sind. Die hatten ihre Aufregung schon im Dezember 2012 mit einem Rundschreiben der WBG, in dem als mögliche Option auch ein Abriss der Anlage genannt war.Obwohl der OB öffentlich nach Rücksprache mit dem WBG-Chef einen Abriss und Neubau bestätigte und detailliert auf den Ablauf mit Teilabriss einging, stellte sich jetzt alles als ein „großes Missverständnis“ heraus, welches der Chef der WBG, E. Mathe auf seine Kappe nahm.

Wenn Edgar Mathe jetzt sagt, „es gibt kein Projekt“ bedeutet das nur, dass die WBG noch keine Planung für einen Neubau hat! Das sagt aber nicht, dass auch Abriss und Neubau eine Option ist oder bisher war – wie dem Schreiben der WBG an die Mieter im Dezember 2012 deutlich zu entnehmen ist!

Angesichts der Sach- und Aktenlage, der Sorge von Bewohnern und Äußerungen Gribls in der Öffentlichkeit kam die Angelegenheit ins Architekturforum.

Abriss und Neubau an der Siebentischstraße würde sich nahtlos in die Schandtaten einreihen, die per Stadtratsbeschluss diese Stadt über sich ergehen lassen musste:
Der Abriss der Jean-Keller-Villa, der geplante Verkauf des Zeughauses, die Aufgabe des Gignoux-Palais, der Verfall der Stadtmauer, die Vernachlässigung, und in dessen Folge, Schließung des Römischen Museums usw.! Womöglich war unser Beitrag die einzige Möglichkeit, WBG und Stadtregierung von einer neuen Übeltat abzuhalten.

Die ersten stolzen Bewohner der Siebentischstraße im Jahr 1903

Die ersten stolzen Bewohner der Siebentischstraße im Jahr 1903

Manche Bewohner wurden in ihre Wohnungen hineingeboren, leben dort seit 80 Jahren, und haben sich ihre Wohnung zum Teil mit eigenen Mitteln hergerichtet.

Und schon wieder muss man feststellen, dass Edgar Mathe mit seiner Einschätzung daneben liegt, den Zustand und den Sanierungsaufwand der Wohnungen betreffend:
Er spricht von hohem Instandsetzungsaufwand so ziemlich aller Gewerke, welcher einem Neubau gleichkäme und wofür die Mieter ausziehen müssten, und der sich auf die Höhe der Mieten niederschlagen würde. Mathe schätzt die Sanierung einer Wohnung auf 60.000 Euro und er droht damit es nicht zuzulassen, „mit anderen Wohnungen der WBG die Idylle da draußen quer zu subventionieren„!

Die besichtigten Häuser haben vorbildlich renovierte Treppenhäuser, trockene Betonkeller und gesunde Dachstühle. Die liebevoll sanierten Wohnungen haben neue Bäder, neue Elektroinstallation, Gasetagenheizungen, neue bzw. renovierte Türen, neue Isolierfenstern und schönen Holzböden. Eine, nicht weiter vermietete Wohnung, kann mit überschaubaren Mitteln – ca. 25.000 Euro – saniert werden.

Volker Schafitel, Architekt,

Mieterschreiben WBG – Dez. 2012

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