Rosenaudenkmal

Das Rosenaustadion wurde am 16. September 1951 mit dem Fußball-B-Länderspiel Deutschland - Österreich vor 51.000 Zuschauern eröffnet. Es ist ein Mehrzweckstadion mit Leichtathletikanlage in klassischer Ellipsenform für anfangs 65-70.000 Zuschauer. Das Stadion war der erste Neubau einer Großarena in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Für die Augsburger war es ein Symbol für den Wiederaufbau ihrer Stadt. Helmut Haller spielte hier von 1973 bis 1979 für den FC Augsburg.

Schon 1926 gab es Pläne für ein Stadion an dieser Stelle. Der Entwurf des Augsburger Architekten Thomas Wechs war Grundlage für den späteren Bau durch Stadtbaurat Werner. Die Gestaltung orientierte sich dabei am olympischen Stadion von Helsinki. Das Rosenaustadion wurde das drittgrößte Stadion nach Berlin und Stuttgart/Bad Cannstatt.

Die Stadt Augsburg hat das Stadion auf Trümmern und Schutt aus dem Krieg errichtet. Der Rosenauberg begünstigte den Bau, die Gegentribüne lehnt sich an den kleinen Berg an. Nebenbei entstanden ein Rodelberg, der heute noch sehr beliebt ist, sowie ein Nebenspielfeld. Das Stadtbauamt hatte errechnet, dass 800.000 Kubikmeter Kriegsschutt beseitigt werden mussten.

Tribühne Rückseite

Tribühne Rückseite

Von 1946 bis 1948 brachten die Lorenzüge einer “Trümmerbahn” den Großteil zum Rosenauberg, der eine Höhe von 16 Metern erreichte. Die 185.500 Tonnen Schutt wurden in Seitenwandwaggons der Augsburger Localbahn transportiert. Die Feldbahn kippte ihren Schutt einfach den Berg hinunter. Die Gleise der provisorischen Schmalspurbahn verliefen mitten durch die Stadt.

Trümmerbahn in der Maximilianstraße

Trümmerbahn in der Maximilianstraße

Langsam entstand daraus der Umriss eines Stadions in klassischer Ellipsenform, die an ein antikes Amphitheater erinnerte. Die Stadt verschleierte ihn zunächst aus Furcht vor Widerstand. Doch die Gestaltung des Ovals wurde bald unübersehbar. Nun bangten die Sportvereine um ihre angestammten Sportplätze, deren stadteigenen Areale sich gut für Wohnungsbauten eigneten. Andere forderten den vorrangigen Bau von Wohnungen und Schulen anstelle des nutzlosen Stadions. Doch die Stadträte blieben standhaft.

Das Rosenaustadion kostete 1,1 bis 1,8 Millionen Deutsche Mark, auch für damalige Verhältnisse ein geringer Betrag. Begünstigt wurde dies durch die Anlage als Erdstadion. Nur die 1951 in vier Monaten errichtete Haupttribüne ist ein “Ingenieurbau”. Sie ist 120 Meter lang und 16 Meter breit. Der Wall auf der Gegengeraden ist 13 Meter hoch.

Zuschauertribühne

Zuschauertribühne

Kassengebäude

Kassengebäude

Einlasstore

Einlasstore

Eine der größten und modernsten Anlagen im Bundesgebiet“, lobte der „Sportkurier” am 13. September 1951 das gerade fertig gestellte Rosenaustadion. “Eines der schönsten Stadien Europas“, schrieb die NEUE ZEITUNG ebenfalls am 13. September 1951.

Ohne das Stadion sei, so resümierte der langjährige Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees, Willi Daume, im Rückblick, „die Nachkriegsentwicklung des deutschen Sports nicht denkbar“.

Der Stolz Augsburgs: Das Rosenaustadion diente sogar als Postkartenmotiv (um 1951)

Der Stolz Augsburgs: Das Rosenaustadion diente sogar als Postkartenmotiv (um 1951)

Nach nur zwei Jahren Bauzeit eröffnete die Stadt Augsburg am 16. September 1951 einen der ersten und bedeutenden westdeutschen Neubauten für sportliche Zwecke nach 1945. Mit einem Fassungsvermögen von bis zu 70.000 Personen war das Rosenaustadion damals eines der größten Stadien Westdeutschlands. In dem damals modernen Schwung der fünfziger Jahre stellte es auch baulich einen Neuanfang nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und einen bewussten Bruch mit der monumentalen Architektur des NS-Regimes dar. Dessen Hinterlassenschaften bildeten gleichwohl das Fundament des Baus: Kriegsschutt aus den Trümmern der zerbombten Stadt.

Im Augsburger Rosenaustadion wurde Sport- und Zeitgeschichte geschrieben:

Der Sieg der deutschen Nationalmannschaft 1952 mit 5:1 gegen die Schweiz hier im Rosenaustadion vor fast 65.000 Zuschauern erschien vielen Fußballfans im Rückblick als Geburt der deutschen Weltmeister-Elf von 1954 in Bern. Man sprach lange von der “Augsburger Elf“, die in Bern den Weltmeistertitel errang.

1958 spielte sich hier „Das Wunder in der Rosenau” ab. Vor 85.000 Zuschauern gewann die deutsche Mannschaft am 20./21. September überraschend den Leichtathletik-Länderkampf gegen die favorisierte UDSSR. Der Langstreckenläufer Ludwig Müller wurde damals zum „Helden von Augsburg“, weil er über die 5.000 und 10.000 Meter siegte und damit viel zum sportlichen Erfolgt der deutschen Mannschaft beitrug.

Bundeskanzler Adenauer sprach hier im Wahlkampfjahr 1953, und 1955 fand die Schlusskundgebung des tausendjährigen Jubiläums der „Schlacht auf dem Lechfeld” - des Siegs König Ottos I. über die heidnischen Ungarn � mit rund 60.000 Teilnehmern statt. 1971 fand mit etwa 18.000 meist Jugendlichen das “Augsburger Pfingsttreffen” statt.

Das Rosenaustadion ist ein herausragendes Beispiel der Erinnerungsarchitektur und der Architekturgeschichte Augsburgs und muss daher unter Denkmalschutz gestellt werden.

BLfD 12.8.214:

Sehr geehrte Damen und Herren, 

bei folgendem Objekt handelt es sich um ein Baudenkmal nach Art. 1 DSchG. Es ist daher in die Denkmalliste nachzutragen:

D-7-61-000-1908

Christoph-von-Schmid-Straße 10 Rosenau-Stadion, Mehrzwecksportanlage, geschwungene, ellipsoide Anlage mit Spielfeld und Aschenbahn, umfasst mit teils in einem aus Trümmerschutt künstlich angelegten Hügel eingefügten Stehwällen und teils über Funktionsräumen errichteter Sitztribüne mit weit vorkragendem Betondach, mit Eingangs- und Kassenbau, von der Stadtbauverwaltung Augsburg unter Leitung von Georg Werner und Walther Schmidt und unter Mitarbeit von Hans Bruckner, Jakob Heichele und Heinz Hilten, 1949-51, zweiter Eingangs- und Kassenbau, sog. Marathontor, von Walther Schmidt, 1953.
FlstNr. 673/2 [Gemarkung Pfersee]

Schreiben des BLfD am 12.08.2014

V. Schafitel, Architekt
1. Vorsitzender

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Platzwart Friedrich Sauter erinnert sich!

4 Kommentare

  1. Angelika Lippert sagt:

    Nicht zu vergessen:
    Als Heidi Schmid-Grundmann 1960 nach ihrem olympischen Goldgewinn nach Augsburg zurückkehrte, begrüßten sie 23.000 Menschen im Rosenaustadion.

  2. Rose-Marie Kranzfelder-Poth sagt:

    Mal wieder eine Ihrer großartigen stadtgeschichtlich interessanten und bedeutsamen Ausführungen mit wunderbarem Bildmaterial.
    Vielen Dank und große Anerkennung!
    Ihre
    Rose-Marie Kranzfelder-Poth

  3. Johannes Voit sagt:

    “Das Rosenaustadion ist ein herausragendes Beispiel der Erinnerungsarchitektur und der Architekturgeschichte Augsburgs und muss daher unter Denkmalschutz gestellt werden.”

    Da kann ich Ihnen nur vollständig zustimmen. Ich denke es sollten nicht nur die Bauwerke, sondern auch das Umfeld mit unter Ensembleschutz gestellt werden. Somit bleibt ein Stück Architekturgeschichte und ein Stück Nachkriegsgeschichte für die Nachwelt anschaulich erhalten und erlebbar.

  4. Rosenaustadion erhält Denkmalschutz | Sport in Augsburg sagt:

    [...] 12. August 2014 Das Landesamt für Denkmalpflege Bayern ist dem Antrag des Architekturforums Augsburg gefolgt und hat das alt-ehrwürdige Rosenaustadion unter Denkmalschutz gestellt. Damit ist diese [...]

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