Asphalt-Ideen

200.000,– Euro ließ sich der Baureferent für einen INTERNATIONALEN ARCHITEKTENWETTBEWERB im Haushalt 2009 für Pflasterung, Möbel und Grün in der Fußgängerzone (Annastraße, Steingasse, Philippine Welserstraße) einstellen, um den Belagsacker in der Innenstadt mit neuen Ideen zu verbessern.

 

 

Doch während im Stadtplanungsamt schon die Auslobungen zur , „planerischen Beseitigung“  der Missstände in der Fußgängerzone vorangetrieben werden, ….

…..schafft das Tiefbauamt in der Bahnhofstraße die Vorraussetzungen für den nächsten INTERNATIONALEN WETTBEWERB, indem es dort die selben Missstände schafft, die in der Annastraße Grund eines Wettbewerbs sind.

Dieses Vorgehen erscheint in Zeiten der Krise wie ein städtisches Konjunkturpaket für gebeutelte Planer.

So mussten bisher schon Bäume in der Bahnhofstraße den Brotzeittischen der Pizzabuden weichen und wurden durch „passende“ Asphaltscheiben ersetzt. 

Auf der anderen Seite, zum KÖ-Park hin waren die 5 Bäume wohl den Regionalbussen im Weg. Auch hier dient der Asphalt als Grünersatz. Wie ich unser Referat kenne, waren alle betroffenen Bäume „krank“  und ein Gutachten forderte deren Fällung. Die Asphaltscheiben sind sicher nur ein Provisorium, welches wegen (vielleicht der Witterung?) eingebaut werden musste.  Das dumme ist nur, dass auch im Baureferat Provisorien am längsten halten.

 

 

 

Wenn wir als Architekten Beläge in Fußwegen bei Baustellen beschädigen, ist das Referat mit Recht sofort zur Stelle, um für eine ordnungsgemäße Wiederherstellung des Stadtbildes zu sorgen. Im eigenen Hause scheint man das weitaus lässiger zu handhaben.

Auch in der Maxstraße geht jetzt das Baureferat zielstrebig daran, in die noch intakten Granitplattenflächen Asphaltmuster einzuflechten (07.04.2009)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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V. Schafitel, Architekt

7 Kommentare

  1. Jürgen Schiffler sagt:

    Bemühe mich seit über 30 Jahren vergeblich um Plattenbeläge auf den Gehwegen. Diese sind deutschlandweit Standard und in Betrieb und Unterhalt erheblich billiger und umweltfreundlicher als Bitumen. An den Aufbrüchen wird mehr verdient als bei Platten, das dürfte der Grund sein für das ansonsten unver-ständliche Festhalten am Asphalt. Man schaue sich nur jeweils an, wer hier aufbricht und repariert, vielleicht führt das zu einer Erklärung.

  2. Augsburger Fu sagt:

    […] die Vorraussetzungen f

  3. Emminger sagt:

    Neulich in der Fußgängerzone sind auch mal wieder die Asphaltierer durchgerauscht.
    NAchdem also die Baustellenfahrzeuge diverser Baustellen die Waschbetonplatten sauber zerkrümelt haben, wurde anschließend liebevoll Bitumen eingefüllt… Irgendwann hat sich das Plattenthema auch bald erledigt…. .

  4. Jörg Schießler sagt:

    Da geh ich heute vom Bahnhof über den Königsplatz Richtung Bürgermeister-Fischer-Strasse und kann es kaum glauben, hier wird der Belag gerade wieder durch Asphalt verschönert….

    Der Zustand einer Stadt spiegelt sich stets im Belag der Plätze, Wege und Strassen wieder. Das sagt wohl alles über Augsburg. Nur weiter so!

  5. Emminger sagt:

    Es ist ein Jammer. Denn eigentlich wären die Voraussezungen seit den 70ern gegeben, den Bodenbelag der Stadt sichtbar schön zu halten.
    Wenn ich mich richtig entsinne, war der rote Klinkerplatenbelag für die obere Stadt, die Granitplatten und Pflastergeschichte für den Altstadtbereich angedacht. Während es in der Altstadt ja noch leidlich funktioniert, wurde die Klinkeridee schon bald nicht mehr weiterverfolgt. Dabei wäre das eigentlich ein Klasse Material: Beständig, ein kleines Format, welches Schwankungen im Untergrund und Belastungen sehr gut verkraften kann, leicht zu revisionieren, schnell verlegbar und vor allem farblich sehr interessant durch die leichten Changierungen des Klinkerbrandes.
    Eigentlich wie immer: Die Ideen sind längst da, Grundsteine gelegt, aber es wird nicht weitergebaut…. .

  6. Asphalt-Alarm: Wo ist das schlimmste Schlagloch? - Seite 2 - Augsburger Allgemeine Community sagt:

    […] in der Bismarckstra

  7. John Doe sagt:

    Im Grunde ist das eine seit Jahren – in Augsburg nennt man das dann gerne: ‚traditionell‘ – seitens der Stadt ‚kultivierte‘, immer umfangreicher angewandte Praxis der Verschandelung des öffentlichen Raumes; zudem stellt sich ebenso lange die Frage, wo die entwendeten, (sehr) geldwerten Beläge verbleiben?! Vor allem die alten Katzenköpfe (Pflastersteine) sind begehrte Ware auch auf dem Privat-(Schwarz-)Markt.

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