Architekturfilm & Jazz (11)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Architekturfilm und Jazz“ im Thalia Kino am Obstmarkt in Augsburg, zeigen wir am Montag den 07. Januar 2013 – 19:00 den Film „Albert Kahn – Architekt der Moderne“ von Dieter Marcello (Eintritt 5 €) . Albert Kahn war vielleicht der einflussreichste Architekt des 20. Jh. Er baute für die Automobilindustrie der USA und viele Fabriken in der Sowjetunion. Ab 20:30 Live-Jazz mit der Band „CooleTone“ im Thalia-Kaffeehaus bei gutem Essen, guten Gesprächen und freiem Eintritt!

Albert Kahn wurde am 21. März 1869 in Rhaunen bei von Mainz als Sohn eines Rabiners geboren. 1880 siedelte die Familie mit sieben Kindern nach Detroit/Michigan, USA über. Dort starb er am 8. Dez. 1942

Albert Kahn arbeitete 4 Jahre als Bauzeichnerlehrling im Architekturbüro von Mason & Rice in Detroit. 1891, nach einem einjährigen Studienaufenthalt in Westeuropa, wurde Khan „Chief Designer“ im Büro von Mason & Rice. Nach zwölf Jahren Praxis machte sich Albert Kahn 1896 mit 2 Teilhabern selbständig. Er brachte in den amerikanischen Industriebau das von seinem Bruder Julius weiterentwickelte Armierbetonverfahren ein, das die Industrieanlagen feuersicherer, machte. Von 1904 bis zu seinem Tod am 8. Dezember 1942 führte Khan über 2500 Fabriken weltweit aus. Sein Büro mit über 450 Mitarbeitern in den dreißiger Jahren war eines der größten in den Vereinigten Staaten von Amerika.

General – Motors Building in Detroit 1923

General – Motors Building in Detroit 1923

Kahn erhielt 1908 den ersten Auftrag von Henry Ford für eine Automobilfabrik und baute 1923 die Zentrale von GM in Detroid.Ford, der an die UDSSR 1919 tausende Autos und Traktoren verkauft hatte, schlug im Rahmen des amerikanischen Technologietransfers A. Kahn für die Planung aller Industriebauten vor. 1929 kam es zum Vertragsabschluss. A. Kahn plante 521 Industrieanlagen in der Sowietunion. Daneben baute Kahn in Brasilien, Schweden, Frankreich, China, Japan und Australien.

Ford Factory River Rouge Complex Dearborn, Michigan 1920

Ford Factory River Rouge Complex Dearborn, Michigan 1920

Bei Kahns Bauten um 1900, befand sich schon die tragende Konstruktion hinter der Fensterflächen, („Curtain Wall“ Anordnung) was durchgehende Fensterbänder selbst an Giebelfassaden ermöglicht.

Es ist bekannt, dass die Bauhausarchitekten von dieser Konstruktion der amerikanischen Industriearchitektur beeinflusst waren, diese jedoch anspruchsvoll überarbeiteten und in öffentlichen und privaten Bauten realisierten.

Le Corbusier hatte das Motiv des durchgehenden Fensterbandes erst 1926 zum ersten Mal bei der Villa Savoye in Poissy bei Paris ausgeführt. Walter Gropius und Hannes Meyer bauten das Faguswerk in Alfeld 1911-1915 mit einer halbwegs geltenden Curtain Wall Fassade, die vitrinenartig konstruiert wurde. Auch die Bauhausschule in Dessau wurde in dieser Anordnung gebaut.

Albert Kahn äußerte sich polemisch über die Transformation seiner Industriearchitektur durch die Bauhäusler.

Ab ca. 20:30 spielt die Jazzband „CooleTone„ im Thalia Kaffeehaus (Eintritt frei!)

Gitarre Christian Kuester - Saxophon Günter Schaipp - Sängerin Kathrin Feige - Kontrabass Erwin Bier

Gitarre Christian Kuester - Saxophon Günter Schaipp - Sängerin Kathrin Feige - Kontrabass Erwin Bier

Die nächsten Filme:

4. Feb. 2013  – Rem Koolhaas – A kind of Architect
4. März 2013 – Der Architekt John Lautner – Infinite Space
1. April 2013 – Max bill – Das absolute Augenmaß
6. Mai 2013   – Renzo Piano – Piece by Piece
3. Juni 2013   – Der Architekt I.M.Pei – Learning from the light
1. Juli 2013    – Wieviel wiegt Ihr Gebäude Norman Forster

V. Schafitel, Architekt

2 Kommentare

  1. Thomas Wensing sagt:

    The name of Albert Kahn has been misspelled a few times, as far as I can tell only in the first two paragraphs.

  2. Admin sagt:

    Thank you Thomas Wensing!

Ihr Kommentar

Bitte beachten: Bis zum Erscheinen Ihres Kommentares können einige Minuten vergehen.