Zocker-Schwörer-Luden

In den 1990-er Jahren hat die Stadt mit der Bauverwaltung beispielhaft Stadtteilentwicklung in Oberhausen realisiert und das fertige Projekt in zwei schönen Broschüren präsentiert. Auf dem Internetportal der Stadt Augsburg liegen jetzt unter  39.3 MB  Puplikationen  zum Thema „Soziale Stadt Oberhausen“ mit intellektuellen Begriffen wie „integriertes Stadtteilkonzept – Stadtteilevaluierung – Integriertes Handlungskonzept„! Zahlen, Tabellen Erhebungen! Umgesetzt ist davon nichts! Jetzt reißt die Stadt dem Stadtteil mit dem Abbruch des alten Rathauses das Herz heraus und Oberhausen verkommt weiter!

 

Oberhausen wurde im 8. oder 9. Jahrhundert auf der Stelle eines römischen Militärlagers (15 v. Chr.) gegründet. Das Dorf wurde 1150 erstmals urkundlich erwähnt.

Blick von der Kreuzung Zollernstraße (rechts) Neuhäußerstraße (links) auf das Rathaus

Blick von der Kreuzung Zollernstraße (rechts) Neuhäußerstraße (links) auf das Rathaus

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandelte sich Oberhausen, auch durch die Nähe von MAN in einen Industriearbeitervorort von Augsburg. Der damit verbundene Einwohneranstieg machte den Bau sozialer Einrichtungen und der Kanalisation notwendig. 1902 wurde das Josefinum eingeweiht. Es ist heute Deutschlands größte Geburtsklinik!

Durch hohe Bau- und Unterhaltskosten sah sich der Markt Oberhausen gezwungen seine Selbstständigkeit aufzugeben. Am 1. Januar 1911 wurde Oberhausen in die Stadt Augsburg eingegliedert. 

Links im Bild das Rathaus

Links im Bild das Rathaus

Nachdem in den 90-er Jahren der Alte Ortskern am Bischof v. Zollernplatz mit Kirche, Rathaus saniert und ein Kiosk errichtet wurde, dort die Straßenbahnlinie 4 hält und unweit davon der Römerstein steht, soll nun das Alte Rathaus für den Neubau einer Turnhalle abgerissen werden.

Wie eine Turnhalle als Platzwand eines gewachsenen alten Ortskerns von der Bauverwaltung städtebaulich begründet wird, interessiert sehr, abgesehen davon, dass mit dieser Maßnahme dem alten Ortskern das Herz aus dem Leib gerissen wird.

An Stelle der alten Rathausfassade soll künftig eine Turnhalle die nördliche Platzwand des „Dorfplatzes“ bilden. Mal was neues im Städtebau! Wo lernt man das?

Grundriss Turnhalle als nördliche Platzwand zum "Oberhauser Dorfplatz"!

Grundriss Turnhalle als nördliche Platzwand zum

In den 90-er Jahren begann unter der Regie einer hochqualifizierten Bauverwaltung mit Mitteln der Städtebauförderung eine beispielhafte Stadtteilsanierung mit verkehrsberuhigten Straßen, offenen Bächen, Straßenbegrünung, Beleuchtungskonzepten, Parkanlagen usw. (Sanierung Oberhausen Süd)

Brandnerstrasse

Brandnerstrasse

Ein Grüner Rundweg  sollte die beiden Bereiche südlich und nördlich der Ulmerstraße miteinander Verbinden und bezog alle Bäche und Kanäle, die Wertach und kleine neue Parks mit ein.

Grüner Rundweg Oberhausen

Grüner Rundweg Oberhausen

Teilrealisierter Plan des Grünen Rundwegs Oberhausen

Teilrealisierter Plan des Grünen Rundwegs Oberhausen

Die konsequente Fortsetzung dieses Projekts wäre die Chance für Oberhausen sich zu einem hochwertigen Stadtteil zu entwickeln. Die Vorraussetzungen hierzu sind ideal:Direkt an Fluss gelegen, verkehrsberuhigte Wohnstraßen von idyllischen Kanälen durchströmt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ideal erschlossen, mit eigenem Bahnhof an die Region angebunden, Geschäfte, öffentliche Einrichtungen und sogar ein Krankenhaus.

Statt dort weiter zu machen, wo vorbildliche Stadterneuerung geschaffen wurde, produzierten die Folgeregierungen bis heute nur noch jede Menge Broschüren PDF´s und Willenserklärungen und werden nicht müde den selbstverschuldeten Niedergang eines Stadtviertels zu dokumentieren.

2012 weisen die höchsten Anteile an Tatverdächtigen an der wohnberechtigten Bevölkerung für kriminelle Delikte die fünf Stadtbezirke Oberhausen (- Nord und – Süd), Links (- Nord und – Süd) und Rechts der Wertach auf. In Oberhausen liegt der Ausländeranteil bei 64 %, in Schulklassen bei 92% der Schulkinder.

Die Stadtplanung hat versagt, wenn Stadteile verkommen! Stadtentwicklung ist nicht die Kunst Bauleitpläne zu zeichnen, Konversionsflächen in Neubaugebiete zu verwandeln und diese dann höchstbietend zu verhökern.

Stadtentwicklung ist die Kunst, zu verstehen wonach die Seele der Stadt verlangt und wofür das Herz der Stadt schlägt. Wer einem Stadtteil sein Herz entreißt, nimmt ihm die Identität und liefert ihn den Zockern, Schwörern und Luden aus!

Volker Schafitel, Architekt

Artikel Jüdisch Historischer Verein Augsburg 2010

Gegen alle Vernunft, Einsicht und Grundsatzentscheidungen wurde in der Ottostraße (Wertachviertel) eine Asylantenunterbringung für 200 Asylbewerber genehmigt und ist bereits im Bau. Anwohner empören sich und verlangen eine Reduzierung der Belegplätze auf 60 und die Unterbringung von Asylbewerbern in der Nachbarschaft der Häuser von Kommunalpolitikern.

Anwohner befragen Anwohner

Brief an den OB

4 Kommentare

  1. v.s sagt:

    Eine „Oberhauserin“ schreibt uns:

    Eine Turnhalle zu bauen ist ja nichts Verwerfliches.

    Das Problem ist der Ort! – In den 90ern wurde der beschriebene Bereich mit Rathaus, Schule, Kirche, Wirtshaus … aufwendig und sehr teuer saniert – unter der Straße vor dem Rathaus befinden sich immer noch die Anschlüsse, die ebenfalls in den 90er Jahren, für einen „Dorfbrunnen“ gelegt wurden. Dieser wurde leider nie realisiert.

    Die einseitige Sperrung der Hirblinger Straße wurde mit dem „ Dorfplatz“ begründet – der Platz ist leider nicht entstanden.

    Ich wurde 1969 dort eingeschult, bereits damals wurde uns eine Turnhalle versprochen – Grundstücke wurden auch durch die Stadt „erworben“ – statt einer Turnhalle wurden aber Wohnhäuser und ein Schulerweiterungsbau (OHNE Turnhalle) gebaut.

    Platz für eine Turnhalle befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Erweiterungsbaus der Schule. Dort ist derzeit noch ein Baudepot der Stadt untergebracht.

    Lt. Aussagen von Herrn Schaal sollen diese Art der kleineren Depots zu einem großen Zentraldepot am Holzweg zusammengelegt werden!

    Wenn jetzt das Rathaus abgerissen werden soll – für was wurde dann in den 90er Jahren so viel Steuergeld für die Städtebauliche Sanierung des Gebiets in die Hand genommen?

    2009 wurde ein neues „Projekt“ mit dem Namen „Soziale Stadt – Oberhausen Mitte“ bei uns angesiedelt.

    Wieder viele Besprechungen, viele auswärtige „Fachleute“ die viel Papier (wird jetzt halt in PDF umgewandelt) produzieren, viele Fördermittel die für Planungen verbraten werden, die schon lange geplant sind. Für konkrete Maßnahmen fehlt dann immer das Geld (siehe Dorfbrunnen).

    Einen schönen Sonntag wünscht allen eine “Oberhauserin”

  2. Bruno Stubenrauch sagt:

    Die Befassung kommt spät! Die „große Rochade“ KiTa – Jugendzentrum – Turnhalle, verbunden mit dem Abriss des ehemaligen Rathauses, wurde bereits am 17. Januar 2011 im Liegenschaftsausschuss des Stadtrats zustimmend zur Kenntnis genommen. Einig war man sich in dem Gremium auch, dass sich eine Sanierung des Rathauses nicht lohnt.

    DAZ berichete:
    http://www.daz-augsburg.de/?p=16932

  3. v.s sagt:

    Ich war nicht im Liegenschaftsausschuss am 17.Jan.2011 und muss zu meiner Schande getehen, ausnahmsweise mal nicht die DAZ gelesen zu haben. Wie dem auch sei, ist der Abriss ein städtebaulicher Fehler und solange das Rathaus noch steht lebt die Hoffnung ….

  4. Hettenbacher Stenz sagt:

    Nun soll also das alte Rathaus von Oberhausen zerstört werden. Eines der letzen alten Gebäude in Oberhausen, das nicht den amerikanischen Bombern und später irgendwelchen Spekulanten (z.B. Konsumhaus in der Donauwörther Str./bis heute nicht bebaut) zum Opfer gefallen sind.
    Warum hat man eigentlich die alten Rathäuser von Lechhausen, Göggingen oder Haunstetten nicht schon lange abgerissen?
    Sind das die „besseren“ Stadtteile? Oder will man den Bürgern von Oberhausen (Wiege von Augsburg) ihre Identität jetzt ganz nehmen?
    Dies sollten sich unsere sogenanten Entscheidungsträger einmal überlegen!
    Schließlich liegt das alte Rathaus in einem Sanierungsgebiet in das viel Geld der Bürger gesteckt wurde!

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