IBAS – Initiative Bahnverkehr Augsburg/Schwaben

Augsburg aufs Abstellgleis – ICE-Trasse Ingolstadt der Anfang vom Ende!

Mit der ICE-Trasse Ingolstadt wird die Region Augsburg Schwaben mit über 600.000 Einwohner von Bahn und Staatsregierung aufs Abstellgleis geschoben.
Mit 1,9 Milliarden Mehrkosten wurde die ICE-Trasse Ingolstadt auch mit schwäbischen Steuergeldern gebaut. Die zu teuer geratene Strecke entzieht nun dem schwäbischen Raum immer mehr Direktverbindungen nach Norden.

Bislang verlor Augsburg mehrere ICE Berlin -und Hamburgverbindungen. Seit 14. Dezember 2008 wurden die verbliebenen ICE -Direkt -Verbindungen von Augsburg nach Berlin gestrichen während über Ingolstadt alle Verbindungen beibehalten wurden. Zusätzlich fährt über Ingolstadt ein Luxus-Nahverkehrszug mit IC-Garnituren im 2-Std-Takt nach Nürnberg, der mit der selben Fahrzeit auch über Augsburg fahren könnte.

Dazu passt auch, dass der Streckenausbau von München über Geltendorf – Memmingen nach Lindau ohne die Elektrifizierung der Strecke Augsburg Buchloe erfolgt und somit ICE-Anbindungen über Augsburg nach Süden nicht mehr möglich sind. Dieser Ausbau wurde jüngst aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen, in dem er 40 Jahre lang enthalten war. Wer nach Süden will, muss in Zukunft in Buchloe umsteigen!

Die bayerische Staatsregierung bestellt über die BEG keine durchgehenden und schnellen Züge mehr über die Ammerseebahn nach Garmisch/Mittenwald . Der Fernverkehr führt seither schneller über den Umweg München/Pasing ins Werdenfelser Land. Ebenso wird auch das Allgäu zukünftig nach Westen über Ulm und nach Norden nur noch über München erschlossen.
Es ist unverkennbar das Ziel der Bahn, unterstützt durch die Staatsregierung, die Region vom direkten Personenfernverkehr abzukoppeln und die traditionellen Fernverkehrs-wege über Augsburg vorrangig für den Güterverkehr zu nutzen. Damit wird der Stadt und der Region ihre traditionelle, wirtschaftliche Lebensader, die Süd-Nord-Verbindung entzogen deren Renaissance die Eröffnung des Gottharttunnels 2015 einläuten müsste. Dann nämlich führte die schnellste Fernverbindung von Hamburg nach Mailand und Genua über Augsburg-Lindau-Zürich. Weil aber die Bahn Züge auf der überteuerten Ingolstadtstrecke braucht um diese auch mit schwäbischen Steuergeldern zu refinanzieren, und Ulm um die westliche Fernverbindung kämpft, kommt Augsburg aufs Abstellgleis mit täglich weit über 250 Güterzugdurchfahrten.
Mit diesem Hintergrund wird klar, weshalb die Bahn und die Staatsregierung jetzt kein Interesse an der Verbesserung der Infrastruktur unseres Hbf´s hat.

Es ist gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung und Bedeutung Augsburgs unverantwortlich von Stadtregierung und Wirtschaftsverbänden wie der IHK, wenn dieses Ansinnen Münchens und der Bahn kampflos hingenommen wird.

An seiner Gier, den Großraum Augsburg mit dem schönen Begriff „Metropolregion München“ an sich zu ketten wird sich die Landeshauptstadt verschlucken. Überfüllte Züge, Wartezeiten, Verspätungen lösen in letzter Zeit Schlagzeilen aus wie „Es bilden sich Gruppen von Bahnhassern“ , „Kräftige Watschn für die Bahn“, „Lob für die Bestrafung der Bahn“ oder „Pendler kommen weiter zu kurz“!

Unsere vorrangigen Forderungen lauten daher:

  • Elektrifizierung der Strecke Augsburg-Buchloe für umsteigefreie Süd-Nord-Verbindung
  • Gerechte Teilung des Güterverkehrs nach Norden zwischen Ingolstadt und Augsburg
  • Berlin und Hamburg im 2 Stunden-Takt – Je dazwischen Allgäu-Franken-Express-Takt
  • Platzbedarf für eine künftige Verbreiterung aller Bahnsteige auf mindestens 10m
  • Verbreiterung der Bahnsteige Zug um Zug auf mindestens 10m.
  • Separate Güterzugdurchfahrtsgleise.
  • Neue Fahrleitungsmaste zwischen den Bahnsteiggleisen (DB-Richtlinie 813.0203/8)
  • Eine durchgehende Bahnsteighalle über alle Gleisanlagen statt Einzeldächern.
  • Einen Architektenwettbewerb für den Umbau unseres denkmalgeschützten Bahnhofs.

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V. Schafitel, Architekt

2 Kommentare

  1. vs sagt:

    Bahnausbau im Allgäu stand auf der Kippe

    (http://www.augsburger-allgemeine.de/abo_content/control_delivery.php?content_type=ma_article&regid=&ivw_pixel=ma_ar_detail&paid_arid=20100112003049000031591051&content_title=Bahnausbau+im+Allgäu+stand+auf+der+Kippe+Elektrifizierung+DB-Vorstand+soll+für+Strecke+München–Lindau+morgen+grünes+Licht+geben+)

    Der heutige AZ-Beitrag verblüfft in vierlei Hinsicht:

    1. Offenbar wird im Hintergund über die Realisierung längst geklärter (und gemeldeter) Bahnprojekte in Schwaben weiter politisch verhandelt.

    2. Kann man sich als Politiker immer wieder neue Lorbeeren damit verdienen, zugesagte Projekte immer wieder in Gefahr zu reden um dann erneut als Retter der Idee aufzutreten.

    3. Wird in diesem Artikel die Zwitterrolle deutlich, welche die IHK für die REGION AUGSBURG innehat.

    So bezeichnet Herr Stöferle, Verkehrsexperte der IHK, die wieder einmal in Gefahr schwebende Elektrifizierung der Strecke Lindau/Memmingen/München als „wichtigestes Verkehrsvohaben für unsere Region“! Ohne den Ausbauabschnitt Buchloe/Augsburg aber fehlt „unserer Region“ der Zugang zu diesem wichtigen Verkehrsvorhaben.

    Vorrangiger Nutznießer dieses elektrischen Streckenausbaus ist München mit einer enormen Fahrtzeitverkürzung Richtung Schweiz und dem Anschluss an den Gottharttunnel nach Norditalien (Genua).

    Gleichrangiger Nutznießer ist das GVZ-Ulm welches damit den NEAT-Kurzschluss ebenfalls zum Gottharttunnel erhält und damit nicht nur das GVZ sondern seinen gesamten Wirtschaftsraum ausbauen kann.

    2-rangiger Nutznießer ist die Region Memmingen, die damit neben Autobahnanschlüssen S/N und O/W einen Flughafen und eine starke internationale Zuganbindung in Richtung S/N erhält.

    „Bauernopfer“ dabei ist DIE REGION AUGSBURG und die STADT AUGSBURG – für die 3.größte Stadt Bayerns ein fragwürdiges Prädikat!

  2. Dr. Paul Anderson sagt:

    Nicht nur die Bayern-Schwaben fühlen sich von der Verkehrspolitik düpiert. Auch wir Ostwürttemberger sind sauer. Unsere Verbindung nach Bayern über Donauwörth ist zwar mit den neuesten Zügen“ beglückt“ worden, aber auch mit den langsamsten Fahrzeiten seit fünfzig Jahren. Auch wir brauchen den schnellen Stundentakt auf der Strecke Augsburg-Nürnberg.

    Dies erinnert an den Abbau nicht nur der Augsburger Uni zugunsten der Münchener. Man will angeblich Exzellenz, aber am Ende man kriegt nur diejenigen, die sich München leisten können. Es ist eine schöne Stadt, aber schon jetzt größer, als es ihr bekommt. Das gilt auch für den Kopfbahnhof.

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